Wie bereits eingangs erläutert, gebe ich vorzugsweise Mädels mit Kastraten ab. Das ist aber keinePflicht, wie auch bereits erwähnt. Ich schulde aber noch die Erklärung zu dem Thema Frühkastratenund Kastraten. Zunächst sei einmal erwähnt, dass ein Kastrat immer auch den Deckakt vollzieht.Nur ist er halt nicht zeugungsfähig. Deshalb ist für die Mädels ein Kastrat auch so wichtig. Durchden Deckakt bei der Brünstigkeit bleibt der Hormonhaushalt der Mädels immer intakt. Damit kannman Eierstockzysten - nicht gerade selten bei älteren Damen - vorbeugen. Kein Allheilmittel, aberdie Zysten sollen bei den Damen weniger oft auftreten, die mit Kastraten zusammen leben.Ist bei einem Bock die Geschlechtsreife vollständig eingetreten und sind die Hoden vollständigabgestiegen, dann spricht man von einem normalen Kastraten. Das ist bereits mit wenigen Wochender Fall, weshalb man die Herren auch frühzeitg von der Mutter und den Geschwistern trennenmuss. Nach dieser Kastration ist der Boy noch bis zu 6 Wochen zeugungsfähig. Es bleibt einsogenannter “goldener Schuss” nach der Kastration. Beobachtet man bei diesem Kastraten einenerfolgreichen Deckakt, dann ist der “goldene Schuss” verbraucht und er kann unbekümmert zu denMädels ziehen, die nicht durch eine Trächtigkeit gefährdet werden sollen. Man geht aber immer aufNummer sicher, wenn man die 6-Wochen-Frist abwartet.Im Gegensatz dazu werden die Hoden beim Frühkastraten wesentlich früher entfernt. DieZeugungsfähigkeit ist noch nicht eingetreten und die 6-Wochen-Frist entfällt. Er kann getrost nachder Kastration in der Familie bleiben und eine umfangreiche Sozialprägung erfahren. Das dieseFrühkastraten nicht brommseln und Machogehabe an den Tag legen ist ein Trugschluss. Aber siesind bei weitem nicht so kampfeslustig wie ihre nicht kastrierten Artgenossen. All meineerwachsenen Böcke haben einen Frühkastraten als Lebenspartner und die Mädels können zurVerpaarung dazu gesetzt werden, ohne das es zu Streitereien zwischen den Jungs kommt.Somit sind Frühkastraten eine tolle Ergänzung für größere Gruppen und die idealenLebenspartner für ältere Böcke, deren Partner verstorben ist. Verstirbt einmal der ältereBock, dann ist der Frühkastrat problemlos mit einem Mädel oder einem anderen Kastratenzu vergesellschaften. Die Entscheidung für einen Kastraten ist also immer auch einenachhaltige Entscheidung für die Zukunft.Ich lasse im Jahr bestimmt 20 Kastrationen durchführen. Noch nie gab es Komplikationenbei der OP oder Abzesse in der Heilungsphase. Hier kommt es darauf an, dass man einenTierarzt/Tierärztin mit entsprechend viel Erfahrung aufsucht. Zu bemerken ist aber, dass dieJungtiere und ganz besonders die Knirpse bei der Frühkastration die OP wesentlich besserwegstecken als die älteren Semester. Die Kleinen turnen sofort nach der Narkose durchs Leben und entwickeln sich normal. Nur zweimal hatte ich Frühkastraten, die in der Entwicklung etwas zurückblieben und minimal kleiner blieben als ihre Brüder. Was der Gesundheit der Tiere keinen Abbruchtut. Je älter die Böcke bei der Kastration sind, desto länger ist die Erholungsphase. Sie verlierenmeist etwas an Gewicht und es dauert Wochen bis Monate, bis sie vollständig die alten sind.Deshalb lasse ich so früh wie möglich kastrieren und ein Zuchtbock wird nach erfolgreichem Einsatznicht zwingend kastriert. Manchmal lässt es sich aber nicht umgehen.Nun aber genug geschwätzt, hier kommen die Auswanderer (klick auf das Bild für mehr Infos).
Dieses Video zeigt sehr beeindruckend die Sozialstrukturen unserer Fellknäule undwarum Meerschweinchen ihr Leben lang in gefestigten Gruppen leben sollten. Mit einGrund, warum ich großen Wert auf eine sehr gute Sozialprägung in Gruppen lege.Dabei ist aber zu beachten, dass die im Film gezeigte Grundfläche von 0,25 m² proSchwein nur bei so großen Gehegen in Ordnung ist. Da nutzen die Schweine diegesamten 10 m² und können sich aus dem Weg gehen. Bei 3 Schweinen in einem 1-m-Käfig wäre wohl Mord und Totschlag an der Tagesordnung.