Meine
Tiere leben ganzjährig in sog. Kaltstallhaltung. Es sind zwei massiv
gemauerte Anbauten am Haus bzw. der Garage, die nicht beheizt werden.
Durch die massive Bauweise haben es die Tiere aber im Sommer schön
kühl und im Winter immer noch kuschelig für
Meerschweinchen-Verhältnisse ;-) Die Zuchtböcke sind von den Mädels
räumlich getrennt. Das gibt mehr Ruhe in den Männer-WGs.
Heu und Wasser stehen
natürlich unbegrenzt zur Verfügung. Zweimal täglich füttere ich
Frischfutter in gesunder Abwechslung. Je nach Alter und Einsatz
bekommen die Tiere zusätzlich Trockenfutter (Ovator C).
Eingestreut wird mit Späne. Gemistet wird natürlich regelmäßig, wer
mag schon stinkende Ställe ;-)
Hier kommt
nun der Mädels-Stall. Wer meine Zucht länger verfolgt weiß, dass der
Stall links früher in meinem Wohnzimmer stand. Die unterste Ebene
ist jetzt offen und Bestandteil des Bodengeheges.

Die
übrigen 3 Ebenen darüber sind unverändert 2,60 x 0,60 Meter. In
jeder Ebene lebt 1 Kastrat mit 2-3 Mädels. Das Bodengehege ist 3,20
x 1,70 Meter und hier leben zwischen 10 und 12 Tiere, darunter 4
Kastraten.
An der
Stirnseite sind 3 Ebenen 1,70 x 0,60 Meter. Mal ist es
Hochzeitssuite, mal ist es Kreissaal und sollte es notwendig werden
auch mal Krankenstation.
In diesem
Stall herrscht Rotations-System, d.h. zur Verpaarung bzw.
Geburt ziehen die Zucht-Mädels in eine der Ebenen. 10-14 Tage nach
der Geburt ziehen Mama und Babys dann in das Bodengehege. Auch die
Kastraten kommen immer wieder in den Genuss des Bodengeheges, denn
3-4 Kastraten vertragen sich bei der Größe problemlos. Natürlich
findet der Wechsel nicht zu oft statt, damit die Tiere nicht
permanent unter Stress stehen.
Die ersten
Tage nach dem Umzug waren die Bodenbewohner noch etwas scheu, aber
mittlerweile spazieren sie auf meinen Füßen herum und knabbern an
meinen Hosenbeinen. Es ist beeindruckend, das soziale Gefüge einer
großen Gruppe zu beobachten und die Tiere reagieren bei Rotationen
absolut gelassen ;-) Deshalb sieht man vorne rechts im Bild auch
einen Stuhl, denn ich verbringe viel Zeit in beiden Ställen.
Die Jungs
hatten 3 Ebenen ebenfalls 2,60 x 0,60 Meter und 2 Bodengehege 1,30 x
1,30 Meter. Leider hatte ich mit den größeren Bockgruppen nicht viel
Glück. Mit Rücksicht auf die Gesundheit meiner Jungs habe ich nun 6
Ebenen 1,30 x 0,70 Meter und die Ställe vergittert. Vorher sah es
schöner aus, aber jetzt geht es den Jungs besser ;-)
Hier die linke Seite, die
rechte Seite passt nicht aufs Foto.

In den
Ebenen leben immer 2 Böcke oder 1 Bock mit Kastrat/Jungbock oder ein
Bock in Verpaarung mit einem Mädel. Außerdem gibt es nun einen
weiteren Stall mit 3 Ebenen 1,40 x 0,70 Meter.
Die beiden Bodengehege wurden
zu einem zusammengefasst. Es ist jetzt 1,30 x 2,00 Meter und dort
lebt mein geliebter Gerd und erzieht die Jungböcke. Mit dabei ist
ein Kastrat. So ist Gerd nicht alleine, wenn keine Jungböcke da sind
und lebt dann im Luxus pur.
Leider blöd zu fotografieren,
weil es auf beiden Seiten unter die Ställe reicht und der Stall
insgesamt nicht riesig ist.

Beide
Ställe haben eine Sommer- und eine Wintertür:

Die
Sommertür ist eine stabile und abschließbare Gittertür. Sie bietet
nicht nur Schutz vor tierischen Räubern. Davor ist eine massive und
ebenfalls abschließbare Holztür, die halbiert wurde. Die untere
Hälfte der Tür wird geschlossen, wenn es kühler wird. Sollte es
wirklich zu kalt werden, dann kann die gesamte Tür geschlossen
werden. Durch die Glasscheibe wird es nicht zu dunkel im Stall.
Sollte die Luftfeuchtigkeit bei permanent geschlossenen Türen zu
sehr ansteigen, dann stehen zwei Luftentfeuchter bereit.
Beide
Ställe haben natürlich zusätzliche Fenster und die Meerlis jede
Menge Tageslicht. Direkte Sonneneinstrahlung gibt es aber nur in den
Morgenstunden und bei Außentemperaturen von 34 °C haben die
Ställe eine erträgliche Temperatur von 26°C gehalten. Nach dem
ersten Winter, der ja recht kalt war, hat sich nun folgendes
herausgestellt: der Jungsstall kühlt recht schnell aus, hat aber
keine überhöhte Luftfeuchtigkeit. Hier habe ich eine Heizung
mitlaufen lassen, damit das Wasser nicht einfriert. Bei -15°C
Außentemperatur habe ich so im Stall +5°C halten können. Der
Mädelsstall braucht keine zusätzliche Heizung, entwickelt aber eine
enorme Luftfeuchtigkeit. Hier läuft den ganzen Winter über der
Luftentfeuchter (wenn die Außentür komplett geschlossen ist).
Aber ich
habe noch eines festgestellt: als verpäppelter Innenhalter (der ich
ja vorher war), habe ich viel zu früh die Türen geschlossen. Die
Schweinlis fühlen sich bei den niedrigen Temperaturen
außerordentlich wohl und zukünftig werden Türen nur noch
geschlossen, wenn die Wasserflaschen einfrieren. Bis dahin besteht
überhaupt kein Gesundheitsrisiko für die Meerlis.
Geliebtes
Highlight ist natürlich das Freigehege mit den Maßen 5,0 x 2,50
Metern:

Hier wird
immer ein kompletter Stall zum Rasen mähen ausgesetzt, also entweder
alle Mädels und Kastraten oder alle Böcke. Das Gehege ist mobil,
d.h. ich kann es innerhalb von 10 Minuten selber auf dem Rasen
versetzen.
Raus
kommen die Tiere aber nur unter Beobachtung. Die Fotos entstanden
beim ersten Ausflug des Mädelstalls und da war die Mannschaft erst
noch sehr schüchtern. Alle suchten den Schutz der Brücken auf:

Bald
schweifte dann der erste Blick in die Weite:

Die
Mutigen wollten hoch hinaus:

Nachdem
ich mich dann mit der Kaffeetasse niedergelassen hatte war das wohl
das Signal, dass alles in bester Ordnung war. Die gesamte Truppe
mähte brav und artig den Rasen und wurde immer entspannter ;-)

Wildes
Gehetze beim Einfangen gibt es übrigens überhaupt nicht. Alle sitzen
ruhig in einer Ecke und warten, bis sie von mir in den Sammelkorb
gesetzt werden.
Lässt das
Wetter oder die Zeit keinen Ausflug zu, dann gibt es Gras und
Löwenzahn als Zulage zum Frischfutter.