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US - Teddys of Honey Schwarz-Weiss Goldagouti-Weiss since 2007

Was kommt rein ins Schwein?

Grundnahrungsmittel No. 1 ist Heu.  Heu hat zwei wichtige Aufgaben: es muss zermahlen werden und trägt somit für die wichtige Zahnabnutzung bei. Der relativ energiearme Nahrungsbrei füllt den auf Zellulose spezialisierten Darm mit Nahrungsbrei, der die Verdauung garantiert. Heu muss deshalb täglich frisch gefüttert werden und immer zur Verfügung stehen. Bleibt zuviel Heu übrig kann es zwei Ursachen geben: 1) die Heuraufe ist zu groß. In dem Fall wird die Heuraufe eben nur zu 1/2, 1/3 o.ä. gefüllt 2) es wird zuviel andere Nahrung angeboten. In dem Fall wird die Zufütterung etwas zurück genommen, bis mehr Heu aufgenommen wird Heu ist ein Naturprodukt, dass abhängig von den Witterungsverhältnissen sein Aussehen und seine Nährstoffe verändert. Im Handel ist das Heu oft grün gefärbt und mit Dufstoffen versehen, damit wir Menschen es als „lecker“ empfinden. Ernährungstechnisch eher fragwürdig und nicht selten ein Allergieauslöser. Es gibt im Jahr zwei Ernten. Der erste Schnitt im Jahr ist sehr energiereich, da junges Gras im Frühjahr u.a. viel Eiweiss einlagert. Der zweite Schnitt im Herbst ist im Vergleich zum 1. Schnitt eher energiearm, weil das Gras den Sommer über recht trocken steht. Dessen sollte man sich bewusst sein, gerade wenn man energiereiches Trockenfutter  mit füttert. Zuviel Energie macht die Tiere dick (in der Zucht gibt das Toxikosen). Was macht nun ein gutes Heu aus? Es sollte möglichst grün sein (was nach einem sehr trockenen Sommer immer relativ ist) und frisch duften. Der Duft ist mal intensiver, mal weniger intensiv - das ist vor allem von der Lagerung abhängig. Niemals darf Heu muffig riechen, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Schimmelpilz drin. Vor allem sollte Heu aber unterschiedliche Gräser enthalten. Dünne und dicke, harte und weiche, breite und schmale. Sehr feines und weiches Heu ist auf Dauer für die Zähne nicht fördernd. Überhaupt nicht störend sind blasse Halme, denn diese sind lediglich mehr getrocknet als die Grünen. Allerdings sollte ein Heuballen auch nicht so gelb sein wie ein  Strohballen, denn dann sind mit hoher Wahrscheinlichkeit alle Nährstoffe flöten. Heu kann stauben, denn manchmal kommen die Bauern nicht umher, auf noch feuchten und matschigen Wiesen zu mähen. Es gibt eben auch schlechte Ernten, wenn das Wetter nichts anderes zulässt. Naturprodukt Heu. Der Matsch trocknet und damit staubt das Heu. Im Idealfall aber sollte das Heu weitgehend staubfrei sein. Oft werden heutzutage in unserer Region kleine und lockere Ballen gepresst, so dass die Ballen nach all den Umschichtungen am Ende schon staubfrei ist. Einige private Hobby-Bauern pressen aber noch sehr feste, große Ballen und damit gibt es mehr Staub. Es gibt Industriebetriebe, die das Heu entstauben und durch Hitze von Parasiten befreien, da zahlt man halt etwas mehr. Die Frage, was mit den Nährstoffen passiert bei der Behandlung, lasse ich mit Absicht außen vor. Heu bekommt man im Einzelhandel oder auch im Internet.  In einem Pferdeland wie Berlin/Brandenburg gibt es aber auch überall einen Landhandel oder einen Pferdehof, wo man einen Heuballen kaufen kann. Das ist nicht nur günstiger, sondern mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ist dieses Heu nicht industriell eingefäbt und/oder beduftet. Ein Heuballen lässt sich in einem alten Bettbezug super transportieren und aufbewahren, denn der ist atmungsaktiv und man hat den Dreck nicht in der Bude. Abgefüllt in eine Papiertüte kann man dann kleine Mengen direkt bei den Schweinchen lagern.

Frischfutter

Grundnahrungsmittel No. 2 ist das Frischfutter. Darauf sollte keineswegs verzichtet werden. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, einfach alle Bausteine des Körpers kommen zum überwiegenden Teil aus dem Frischfutter. Dabei ist der Grundsatz der Kargfresser zu beachten. Natürlich sollen die Meerschweinchen Abwechslung haben, aber zuviel Abwechslung schadet eher als das sie nützt. In meinem Stall gilt das eiserne Prinzip von regional und saisonal. Warum? Je kürzer die Transportwege, desto weniger Chemie. Wenn diese Chemie uns Menschen schon schadet, wie verträgt ein kleiner Meerschweinchenkörper all das? Wieviel Nährstoffe sind in einem Gemüse noch drin, wenn es Wochen vor der Reife geerntet und auf einem Schiff einmal um den Globus geschickt wird? Warum nach der Saison? Auch die freilebenden Meerschweinchen (und damit die Vorfahren unserer Haustiere) haben je nach Jahreszeit energieärmere und energiereichere Nahrungsquellen. Sicherlich fressen diese Wildtiere auch mal reife Ähren der Gräser und damit Getreide.  Natürlich hat auch dort junges Gras auch sehr viel Energie im Frühjahr. Dessen muss man sich einfach bewusst sein. Übrigens halte ich Bio-Gemüse aus Übersee auch nicht für gesund. Von Frühjahr bis in den späten Herbst werden meine Tiere viel aus dem Garten gefüttert. Die Zahl der zu verfütternden Pflanzen ist unendlich. Wer keinen Garten hat, der kann in Wald und Wiese Futter finden, wenn a) keine Autoverkehr die Gegend belastet und b) absolut sicher ist, dass kein Bauer diese Flächen düngt. Am Ende dieser Seite gibt es Links zu umfangreichen Futterpflanzen. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der kann aber völlig problemlos das richtige Futter im Supermarkt kaufen. Ich sage immer, wer sich und seine Familie gesund ernährt und täglich frisch kocht, der hat auch immer Futter für die Tiere im Haus. Ich gebe hier einen Auszug meiner Fütterung mit gekauften Lebensmitteln. Diese reichen absolut aus, um den Tieren Abwechslung zu bieten. Mehr ist nicht nötig und zuviel eine Belastung für die Tiere. Möhren - gibt es bei mir das ganze Jahr über. Im Sommer weniger, im Winter mehr. Ansonsten gilt: ist gerade Erntezeit bei uns bzw. einem unserer Nachbarländer, dann (und nur dann) wird gekauft und gefüttert Salatgurke, Paprika, Salat (nur manchmal als Leckerli), Chicorée, Apfel (maximal 1 x Woche), Wassermelone (max. 1x die Woche an besonders heißen Tagen), Broccoli, Kohlrabi mit Blättern, Futterrübe, Steckrübe, rote Beete, Fenchel. Meine Tiere im Wohnzimmer profitieren von allerlei Schalen und Bestandteilen, die bei meiner Kocherei abfallen. Es gibt noch wesentlich mehr Gemüse, aber meine mögen es nicht oder ich kaufe es nicht. Das ist dem Umstand geschuldet, dass viel aus dem Garten gefüttert wird (Topinambur, Sonnenblumen, Maispflanzen, Haferkeimlinge, Giersch, Ranunkelstrauch, Haselnuss, Sonnenhut, Ecchinacea, Bambus, Wiesenschnitt, Zweige vom Apfelbaum) . Aber auch ohne Garten würde die o.a. Auswahl die Tiere glücklich machen. Meine Tiere sitzen auf einem riesen Berg Grün und meckern mich an, wenn ich keine Möhre dazu serviere. Sie lieben einfach die Karotten und für rote Beete im Winter lassen sie alles andere stehen und liegen. Wassermelone ist der Hit bei Hitze. Kürbis zum Beispiel wird beim ersten Mal dezent angeknabbert und dann nicht mehr mit dem Hinterteil angeschaut. Zucchini wird zutiefst verachtet. So haben sie alle ihre Vorlieben. Meerschweinchen haben und lieben Ihre Gewohnheiten. Ganz wichtig ist aber, dass jede Futterumstellung/Neufütterung langsam und behutsam ablaufen muss. Ansonsten ist Durchfall vorprogrammiert und den Darm ist neben der Lunge das absolut sensible Organ bei dem Meerschweinchen. Durchfall und Erkältung können schnell gefährlich werden. Ob Gras im Frühjahr oder Kohlrabi im Winter: jedes neue Futtermittel wird zunächst in Miniportion dem bereits gewohnten Frischfutter beigemischt. Das ist z.B. ¼ Handvoll Gras, zwei Löwenzahnblätter oder ½ Kohlrabiblatt. Diese Menge darf dann täglich erhöht werden, bis nach 1 Woche die normale Futtermenge erreicht ist. Im Übrigen wird Gemüse bei mir grundsätzlich nicht geschält, aber einmal heiß abgespült. Das ist übrigens auch der Grund warum ich täglich Möhren füttere. So habe ich immer ein Gemüse, dass der Darm kennt. Mit dieser Fütterung deckt man tatsächlich alle Nährstoffe ab, insbesondere auch Vitamin C. Eine zusätzliche Gabe von Vitaminen ist deshalb nicht  notwendig. Nicht nur überflüssig, sondern regelrecht gefährlich, sind Salz- oder Minerallecksteine. Diese haben im Meerschweinchenstall nichts zu suchen. Wichtig ist natürlich noch die Menge ;-)  Heu ohne Begrenzung und täglich frisch. Bei Gemüse gibt es eine alte Faustregel, die sagt ca. 10% vom Körpergewicht werden als Frischfutter gefüttert und das auf zwei Mahlzeiten aufgeteilt. Ich persönlich tendiere bei den meisten Tieren aber eher zu 15%. Ein US-Teddy Mädel aus meiner Zucht hat z.B. 1,1 kg Körpergewicht, ein ausgewachsener Kastrat vielleicht 1,2 kg. Macht zusammen 2,3 kg. Nach der 10%-Faustregel wären das 230 g Frischfutter (115 g pro Mahlzeit) . Nun ist jedes Schweinchen - wie wir Menschen auch - individuell im Stoffwechsel.  Somit tastet man sich an die richtige Menge einfach ran. Meistens hat man junge Meerschweinchen zu Beginn. Meine Jungen bekommen von mir nicht weniger zu fressen als die Erwachsenen, denn sie sind im Wachstum und sollen keinesfall unterernährt sein. Wachstum und Zunahme (zum Gewicht der Schweinchen bitte die Seite Pflege&TÜV lesen).  Das Frischfutter soll komplett gefressen werden. Bleibt etwas über, dann gibt es zwei Möglichkeiten 1) tatsächlich wird es nicht gemocht, dann wird es vom Futterplan gestrichen 2) es wurde zuviel gefüttert, dann wird die Menge reduziert Die Tiere sollen das Frischfutter bis zur nächsten Fütterung aufgefressen haben und ihr Gewicht halten bzw. als Jungtier zunehmen. Nicht gefressenes Frischfutter muss aus dem Käfig entfernt werden. Wird das Frischfutter verputzt, aber kein oder nur sehr wenig Heu angerührt, dann ist es auch zuviel Frischfutter. Mit der Kontrolle der Frischfuttermenge und der wöchentlichen Gewichtskontrolle tastet man sich an die richtige Menge von Futter für sein Meerschweinchen heran. Das kann sich je nach Rasse, Alter und Geschlecht stark unterscheiden. Manche Tiere kommen tatsächlich mit der 10%-Regel aus, andere brauchen 20%. Deshalb sind diese leidigen Endlosdiskussionen im Internet über die Fütterung auch völliger Quatsch, wenn eine pauschale Regel für alle Meerschweinchen dieser Welt aufgestellt wird. Gerade die zur Zeit moderne Fütterung ausschließlich mit Sämereien birgt enorme Risikien, wenn man sich nicht intensiv mit den Inhaltsstoffen und den Bedürfnissen der Schweinchen auseinandersetzt. Was nicht heißt, dass Meerschweinchen grundsätzlich kein Getreide dürfen (was auch so eine Philosophie für sich ist). Zuletzt noch ein Hinweis für alle, die ihre Tiere mit Pflanzen aus der Natur füttern: Würmer können auch Meerschweinchen befallen. Deshalb im Frühjahr und im Herbst unbedingt eine Kotprobe beim Tierarzt abgeben und auf Darmparasiten untersuchen lassen!

Heu

Mein an sich sehr grünes Heu wirkt auf dem Foto sehr blass und ich habe es mit Absicht so gelassen. Auch in dieser Farbe wäre es ein gutes und nährhaftes Heu. Zu sehen sind verschiedene Gräser und auch verschiedene Grüntöne (zoomen). Das ist normal. Es handelt sich hier um den zweiten Schnitt aus dem Jahr 2016. Das Heu könnte sogar noch etwas gröber sein, d.h. es dürften mehr harte Gräser und auch dickere Stengel enthalten sein. Dieser Ballen ist sehr feingliederig. Meerschweinchen mögen durchaus auch das grobe Heu. Wichtig ist, dass man die ganz harten Stengel besser auf den Boden legt, denn sonst kann es Augenverletzungen geben. Die Schnuten stecken ja gerne den Kopf tief in Heu oder rennen auch einfach mal dagegen. Um Verletzungen vorzubeugen sollten Heuraufen auch immer gegen Reinklettern geschützt sein.
Die beiden Heuraufen auf der rechten Seite sind seitlich gegen Reinklettern gesichert. Einmal durch ein Stück Holz und einmal durch eine Wasserflasche. Manche Meeris hören bis ins hohe Alter nicht auf damit in die Raufe zu klettern.

Trockenhfutter

Nichts wird so heiß diskutiert wie die Fütterung von Trockenfutter, egal ob Liebhaber oder Züchter. Grundsätzlich kommen Schweine in Zweierhaltung und Innenhaltung ohne Trockenfutter aus, wenn sie gesund und munter sind. Bei mehr als zwei Tieren oder einer anderen Haltung als ganzjährige Innenhaltung sieht die Welt aber schon wieder ganz anders aus, denn dann haben wir einen völlig anderen Energiehaushalt und Stresspegel. Es gibt Haltungsformen, die eine Fütterung von Trockenfutter lebensnotwendig machen. So wie ein Leistungssportler ohne zusätzliche Nährstoffe niemals seine Höchstleistung erreichen wird. Umgekehrt wird der Couchpotatoe mit diesem mehr an Nährstoffen seine Gesundheit riskieren. Mittlerweile sind so hochenergetische Futtermittel am Markt, dass selbst Züchter ihre Tiere krank füttern, weil sie sich nicht auseichend mit dem Thema Ernährung beschäftigen. Was der eine Züchter täglich füttern darf, das passt bei dem anderen vielleicht nur zweimal die Woche. Gleiches gilt für den Liebhaber. Oft wird zu dem „bunten“ Futter gegriffen, was die einschlägigen Läden als preiswertes Angebot am besten platzieren. Tatsächlich enthält es viel zu viel Zucker und Getreide für eine Ganzjahresfütterung. Das ist so, als würden ihr Kinder täglich eine ganze Tafel Schokolade zum Frühstück bekommen. Kann man machen, macht aber wenig Sinn. Ich persönlich finde die Fütterung von Trockenfutter sinnvoll, um die Basis an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen zu decken. So kann ich eventuelle Defizite - weil das Wintergemüse vielleicht weniger Vitamine hat oder weil die Salatgurke gerade mal arm an Nährstoffen ist - ausgleichen bzw. sicherstellen, dass ein Minimum an lebenswichtigen Stoffen täglich zugeführt wird. Gleichzeitig stelle ich durch mein im Vergleich energiearmes Trockenfutter sicher, dass die Tiere nicht durch ein permanentes Überangebot krank werden. Frisches Grün im Frühjahr plus Heu vom 1. Schnitt jagt díe Energieversorgungskurve sehr steil nach oben. Ein hochenergetisches Trockenfutter noch oben drauf (oder ein besonders hoher Anteil an Proteinen durch Saatenfütterung) führt mich gerade in der Zucht an gefährliche Grenzen. Wobei es durchaus wenige Haltungsformen gibt, wo diese Fütterung das Optimum darstellt. Ganz bestimmt nicht das Optimum für reine Liebhaberhaltung. Lange Rede, kurzer Sinn: wenn Trockenfutter, dann ein Pelletsfutter. Nur mit den Pellets stelle ich sicher, dass die Tiere gleichmäßig die Nährstoffe aufnehmen. Ein „buntes“ Futter wird immer selektiert und führt am Ende zu einer völlig einseitgen Ernährung. Energiearme Struktur im Trockenfutter (z.B. verschiedene Gräser) macht durch aus Sinn, gerade wenn die Tiere nicht die großartigen Heufresser sind. Auch getrocknetes Gemüse ist eine tolle Ergänzung für Pellets.
Pelletsfutter garantiert eine stabile Aufnahme aller Nährstoffe. Ich füttere Meeri C von Ovator. Bild © mifuma
Struktur zu den Pellets muss gesund sein und die Aufnahme der Pellets muss gefördert sein durch die Mischung. Auch hier auf die Nährstoffe achten Bild © cavialand
Dieses Futter hat nichts im Meerschweinchen zu suchen! Ausnahme: in reiner Außenhaltung und strengem Winter kann die Energiebombe hilfreich sein. Bild © perfecto

Leckerlis

Meerschweinchen lernen sehr schnell, dass die Fütterung mit dem Geräusch der Kühlschranktür oder dem Schneiden von Lebensmitteln verbunden ist und kommentieren dementsprechend oft unsere Tätigkeiten. Dabei können sie uns mehrmals am Tag sehr glaubhaft versichern, dass sie kurz vor dem Hungertod stehen :-D Natürlich sind wir von unseren Vierbeinern gut erzogen und greifen zu den Leckerlis. Auch beim Meerschwein zählen diese Leckerlis zum Tagesbedarf dazu und natürlich müssen wir darauf achten, dass die Tiere nicht zu dick werden. Es gibt zahlreiche Snacks im Laden zu kaufen. Allen ist eins gemeinsam: sie enthalten oft sehr viel zugesetzten Zucker und/oder Getreide. So wie wir Menschen auch mal Schokolade essen, dürfen Meerschweinchen sicherlich auch mal so eine ungesunde Knabberei. Auf der sicheren Seite sind wir aber mit getrocknetem Gemüse, das mittlerweile auch in den Handelsketten angeboten wird. Möhre, Apfel, Tomate, Pastinaken, Löwenzahn, Brennessel oder auch Mango gibt es mittlerweile getrocknet im Tierfutterbedarf. Absolutes Highlight sind Erbsenflocken, die aber auch sehr dick machen. Obst hat von Hause aus viel Fruchtzucker, Kräuter vermehrt Calzium. Nichts desto trotz kann es in kleinen Mengen rein ins Schwein. Diese Leckerlis ausschließlich aus der Hand gefüttert trainiert gleichzeitig das Vertrauen zwischen Mensch und Tier.

Zusammenfassung

Heu und Frischfutter sind die Grundlagen einer gesunden Meerschweinchenfütterung. Damit werden bei gesunden und frischen Gemüsesorten auch alle Nährstoffbedürfnisse der Meerschweinchen abgedeckt. Trockenfutter ist kein Muss in Innenhaltung, bringt uns aber auf die sichere Seite. Übrigens fressen Meerschweinchen auch je nach Jahreszeit in unterschiedlichen Anteilen. Es gibt Zeiten, da wird das Heu vertilgt als gäbe es kein Morgen, dann wieder wird das Heu fast ignoriert. Ich bin überzeugt davon, dass unsere Tiere je nach jahreszeitlichen Bedürfnissen ganz genau wissen, was ihnen jetzt gerade gut tut. In Außenhaltung ist das noch viel deutlicher zu beobachten. Gewichtskontrolle ist immer der richtige Indikator, um zu sehen, ob das veränderte Verhalten normal ist. Wer unsicher ist, der stellt bitte niemals Fragen in irgendwelchen Internetforen oder gar Facebookgruppen. Die Ratschläge kann man zum größten Teil nicht als seriös betrachten, da die individuelle Situation nicht berücksichtigt wird. Es gibt auch Aussagen wie: das Futtermittel xy verursacht grundsätzlich Krankheit abc. Natürlich sind bei diesem Halter mit Futtermittel xy die Symptome aufgetreten. Aber das Futtermittel xy war daran nicht Schuld, denn keines der Futtermittel für Meerschweinchen von namenhaften Herstellern verursacht Krankheiten. Die Zusammensetzung der Nährstoffe aus Heu, Frischfutter und Trockenfutter oder schlichtweg eine Überfütterung mit zu energiereichen Trockenfutter hat die Symptome bei dem Halter verursacht. Es gibt nicht DIE EINE FüTTERUNG. Nicht selten wird auch das besonders angereicherte Futter als qualitativ hochwertiger bezeichnet. Auch das ist Quatsch, denn für einen Couchpotatoe ist dieses Futter sogar gefährlich. Es gibt Gegner von Trockenfutter, die - wie oben beschrieben - sicherlich in einigen Punkten Recht haben. Aber nicht jede Alternative ist gesund für die Tiere. Wer also unsicher ist, der fragt am besten seinen Tierarzt (der aber viel Erfahrung mit Meerschweinchen haben sollte). Der Tierarzt kann den Ernährungszustand beurteilen, denn er hat die Tiere live vor sich. Alternativ fragen sie den Züchter, von dem Ihre Tiere stammen. Aber auch dieser sollte schon ein paar Jahre Zuchterfahrung haben, ein Zuchtanfänger ist oft mit dem Thema Ernährung genauso überfordert wie Sie.

Links

Es gibt im Netz ein paar aktuelle und sehr umfangreiche Futterlisten. Hier findet man vor allem auch was man nicht füttern darf! Einfach auf die Logos klicken.
Im Nagerforum gibt es eine wirklich lange Liste von Futtermitteln aus dem Laden und aus der Natur. Es dauert einen langen Moment, bis die Liste geladen ist. Eine Anmeldung im Forum ist aber nicht notwendig! Einfach rödeln lassen!
In dieser Facebookgruppe werden täglich Dutzende von Wildpflanzen gepostet und man erfährt sehr zuverlässig, was an Wildpflanzen gefüttert werden darf und was giftig ist. Es gibt Halter, die Ihre Tier das ganze Jahr über ausschließlich mit Wildpflanzen ernähren. Auch hier sind Grundsatzdiskussionen über Fütterung fehl am Platz. Es geht nur um giftig/ungiftig.
Für alle Nordlichter gibt es im Landhandel Schönfließ alles rund um Meerschweinchenfutter. Heu, Möhren, rote Beete, Futterrüben, Trockenfutter. Aber auch alle Sorten von Einstreu.
In diesen beiden Onlineshops gibt es alle Sorten von Ergänzungsfuttermitteln. Pellets, Kräuter, getrocknete Leckerlies, fertige Mischungen. Wer bei der großen Auswahl unsicher wird, der wird dort auch eine persönliche Beratung erhalten. Tip für zwei Schweine in Innenhaltung: Finger weg von jenen Dingen, die als Alleinfuttermittel deklariert sind und bei allem anderen eine Fütterungsempfehlung anfordern.
© of-honey.de - Kopie und Verbreitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung
Der leider viel zu früh verstorbene Dr. Hermann Wenzel alias "Frau Meier" hat eine tolle Seite rund um das Meerschweinchen erschaffen. Wer mehr Details über Meerschweinchenfütterung und Nährstoffe wissen möchte, der ist hier genau richtig.
Ein guter Ballen Heu hat zumindest in der Mehrheit grüne Halme. Je länger die Ernte her ist, desto blasser wird es.
Meine Tiere bekommen als Struktur zu den Pellets Agrobs Alpengrün Müsli. Je nach Jahreszeit zu unterschiedlichen Anteilen Bild © Agrobs
Ernährung ist bei den meisten von uns Menschen ein großes Thema. Vegetarierer, Veganer, LowCarber, Methabolicer, Fertiggerichte-Kocher, Bioladen-Einkäufer, Normal-Esser ….. es gibt hunderte von Philosophien für Ernährung. Dazu kommt, dass sich ständig neue Trends entwickeln. Die Futtermittel-Industrie setzt Milliarden im Jahr um und deshalb werden dort auch ständig neue Trends erfunden. Wer sich als Veganer  mit Ernährung auseinandersetzt, der tendiert nicht selten dazu, auch sein Tier nach diesen Grundsätzen zu ernähren. Ich bin kein Fan von Extremen und orientiere mich an den tierärztlichen Empfehlungen. Meine Ausführungen basieren auf Jahren der Erfahrungen, auch negativen Erfahrungen mit falscher Fütterung. Was auf dieser Seite steht gilt für Tiere in Innenhaltung, mit denen nicht gezüchtet wird und die körperlich gesund sind. Darüber hinaus orientiere ich mich am US- Teddy, denn schon alleine die Rassen unterscheiden sich durchaus in ihrem Stoffwechsel. Die Leichtfüttrigkeit einer Rasse kann sich schon von Züchter zu Züchter unterscheiden und am Ende ist jedes Meerschweinchen ein Individuum und hat einen eigenen Grundumsatz an kcal. Denn letztendlich ist auch die Fütterung von Meerschweinchen nichts weiter als eine Berechnung von Tagesbedarf an Nährstoffen und der benötigten Energie des Meerschweinchens. Ich gehe aber nicht soweit, dass ich Formeln und komplizierte Berechnungen empfehle. Für mich gilt bei der Fütterung: weniger ist mehr. Ein paar Eckdaten sollte man kennen. Meerschweinchen können kein Vitamin C herstellen, deshalb muss es über die Nahrung zugeführt werden. Freilebende Meerschweinchen sind Kargfresser. Das bedeutet, es braucht eigentlich eher weniger Pflanzen, diese sind aber lebensnotwendig. Das heißt nicht, dass man Meeris ohne Frischfutter ernährt. Neuergings wird als „Gegenargument“ geliefert, dass Meeris Grünfresser seien. Wer solche Argumente liefert, der hat sich nicht über das Verdauungssystem des Kargfressers informiert sondern plappert ahnungslos Dinge in der Welt herum. Kargfresser zu sein sagt etwas über die Darmbeschaffung und Verdauungstätigkeit aus. Es macht mich wütend, wieviele Leute ahnungslos leere Floskeln immer und immer wieder im Internet verbreiten und Anfänger damit auf eine völlig falsche Ernährung bringen. Am Ende leiden die Tiere. Ich lese täglich von ernährungsbedingten Krankheiten, die ich in 10 Jahren nicht ein einziges Mal in meinem Stall hatte. Die sogenannten Experten haben ja eine tolle Ausrede, denn an solchen Krankheiten ist am Ende der Züchter schuld oder der Vorbesitzer. Fakt ist nun einmal, dass Meerlis keine 10 Gemüsesorten am Tag brauchen. Der Magen-Darm-Trakt reagiert sehr sensibel auf Futterumstellung. Meerschweinchen haben einen sogenannten Stopfdarm, d.h. sie verdauen nur, wenn neue Nahrung aufgenommen wird. Der Darm der Tiere hat im Gegensatz zu uns Menschen keine Eigenbewegung, der die Verdauung voran treibt. Die Zähne der Tiere wachsen ein Leben lang nach und der Abrieb der Zähne - lebensnotwendig für die Gesunderhaltung - erfolgt mit der richtigen Nahrung. Die richtige Ernährung bedeutet Gesunderhaltung. Mangelernährung ist ein Thema, ein Zuviel ein anderes. Ein zuviel an Zucker (falsches Trockenfutter oder zuviel Obst) führt zu Diabetis, von der Zerstörung der Darmflora mal ganz abgesehen.  Ein Zuviel an Kalzium führt zu Blasenschlamm, -grieß oder gar Blasensteinen.  Es gibt zahlreiche fütterungsbedingte Krankheiten. In unserer heutigen Zeit ist Mangelernährung (z.B. Vitaminmangel) tatsächlich kaum noch ein Thema. Krankheiten durch falsche Überfütterung nehmen aber zu. Starkes Übergewicht verkürzt das Leben unserer Fellnasen erheblich. Hält man sich an ein paar Regeln, dann ist Meerschweinchenfütterung aber sehr einfach nachzuvollziehen.
Die Aufnahme von Trockenfutter bedarf einer viel strengeren Nährstoffberechnung als das Frischfutter. Grobe Richtlinie ist 1 Esslöffel pro Tier am Tag. Für den Liebhaber mit 2 Tieren in Innenhaltung gilt auch hier: durch regelmäßige Gewichtskontrolle und Anpassung der Futtermittel im Verhältnis zueinander findet man die für seine Tiere richtige Menge heraus. Trockenfutter nur zweimal die Woche ist auch eine Alternative. Gerade bei Trockenfutter ist eine Beratung zu der Menge unabdinglich und diese Beratung ist im Einzelhandel erfahrungsgemäß nicht immer fachmännisch fundiert.
Eins fällt auf: die Gegner von Pellets begründen Ihre Einstellung vor allem mit Argumenten, die lange nicht mehr uneingeschränkt gültig sind. Irgendwie werden Argumente aus den 90er Jahren heran gezogen, aber Pellets der namenhaften Hersteller (z.B. Mifuma, Union, Berkel, etc.) entwickeln die Sorten unter neuesten Erkenntnissen und nach Bedürfnissen der Halter stets weiter. Gute Pellets quellen schlichtweg nicht auf und blockieren den Darm, sondern zerfallen im Wasser einfach in ihre Bestandteile. Gute Pellets beinhalten strukturelle Teile und bestehen nicht einfach nur aus Pulver.  Bestandtele, die einfach mal notwendig sind um überhaupt Pellets pressen zu können, sind keineswegs schädlich für den Darm oder das Tier sondern werden unverwertet ausgeschieden. Zweifelsohne gibt es auch noch die „schlechten“ Pellets am Markt. Aber bitte unterstellt doch nicht immer allen Züchtern, dass sie nur das „schlechte“ machen. Fakt ist, dass ich mit keinem anderen Futtermittel eine gleichmäßige Versorgung der lebenswichtigen Nährstoffe so sicherstellen kann wie mit Pellets, weil die Tiere hier nicht selektieren können.
© honeys teddys since 2007
US - Teddys of Honey Schwarz-Weiss Goldagouti-Weiss since 2007

Was kommt rein ins Schwein?

Ernährung ist bei den meisten von uns Menschen ein großes Thema. Vegetarierer, Veganer, LowCarber, Methabolicer, Fertiggerichte-Kocher, Bioladen-Einkäufer, Normal-Esser ….. es gibt hunderte von Philosophien für Ernährung. Dazu kommt, dass sich ständig neue Trends entwickeln. Die Futtermittel-Industrie setzt Milliarden im Jahr um und deshalb werden dort auch ständig neue Trends erfunden. Wer sich als Veganer  mit Ernährung auseinandersetzt, der tendiert nicht selten dazu, auch sein Tier nach diesen Grundsätzen zu ernähren. Ich bin kein Fan von Extremen und orientiere mich an den tierärztlichen Empfehlungen. Meine Ausführungen basieren auf Jahren der Erfahrungen, auch negativen Erfahrungen mit falscher Fütterung. Was auf dieser Seite steht gilt für Tiere in Innenhaltung, mit denen nicht gezüchtet wird und die körperlich gesund sind. Darüber hinaus orientiere ich mich am US-Teddy, denn schon alleine die Rassen unterscheiden sich durchaus in ihrem Stoffwechsel. Die Leichtfüttrigkeit einer Rasse kann sich schon von Züchter zu Züchter unterscheiden und am Ende ist jedes Meerschweinchen ein Individuum und hat einen eigenen Grundumsatz an kcal. Denn letztendlich ist auch die Fütterung von Meerschweinchen nichts weiter als eine Berechnung von Tagesbedarf an Nährstoffen und der benötigten Energie des Meerschweinchens. Ich gehe aber nicht soweit, dass ich Formeln und komplizierte Berechnungen empfehle. Für mich gilt bei der Fütterung: weniger ist mehr. Ein paar Eckdaten sollte man kennen. Meerschweinchen können kein Vitamin C herstellen, deshalb muss es über die Nahrung zugeführt werden. Freilebende Meerschweinchen sind Kargfresser. Das bedeutet, es braucht eigentlich eher weniger Pflanzen, diese sind aber lebensnotwendig. Das heißt nicht, dass man Meeris ohne Frischfutter ernährt. Neuergings wird als „Gegenargument“ geliefert, dass Meeris Grünfresser seien. Wer solche Argumente liefert, der hat sich nicht über das Verdauungssystem des Kargfressers informiert sondern plappert ahnungslos Dinge in der Welt herum. Kargfresser zu sein sagt etwas über die Darmbeschaffung und Verdauungstätigkeit aus. Es macht mich wütend, wieviele Leute ahnungslos leere Floskeln immer und immer wieder im Internet verbreiten und Anfänger damit auf eine völlig falsche Ernährung bringen. Am Ende leiden die Tiere. Ich lese täglich von ernährungsbedingten Krankheiten, die ich in 10 Jahren nicht ein einziges Mal in meinem Stall hatte. Die sogenannten Experten haben ja eine tolle Ausrede, denn an solchen Krankheiten ist am Ende der Züchter schuld oder der Vorbesitzer. Fakt ist nun einmal, dass Meerlis keine 10 Gemüsesorten am Tag brauchen. Der Magen-Darm-Trakt reagiert sehr sensibel auf Futterumstellung. Meerschweinchen haben einen sogenannten Stopfdarm, d.h. sie verdauen nur, wenn neue Nahrung aufgenommen wird. Der Darm der Tiere hat im Gegensatz zu uns Menschen keine Eigenbewegung, der die Verdauung voran treibt. Die Zähne der Tiere wachsen ein Leben lang nach und der Abrieb der Zähne - lebensnotwendig für die Gesunderhaltung - erfolgt mit der richtigen Nahrung. Die richtige Ernährung bedeutet Gesunderhaltung. Mangelernährung ist ein Thema, ein Zuviel ein anderes. Ein zuviel an Zucker (falsches Trockenfutter oder zuviel Obst) führt zu Diabetis, von der Zerstörung der Darmflora mal ganz abgesehen.  Ein Zuviel an Kalzium führt zu Blasenschlamm, - grieß oder gar Blasensteinen.  Es gibt zahlreiche fütterungsbedingte Krankheiten. In unserer heutigen Zeit ist Mangelernährung (z.B. Vitaminmangel) tatsächlich kaum noch ein Thema. Krankheiten durch falsche Überfütterung nehmen aber zu. Starkes Übergewicht verkürzt das Leben unserer Fellnasen erheblich. Hält man sich an ein paar Regeln, dann ist Meerschweinchenfütterung aber sehr einfach nachzuvollziehen.
Grundnahrungsmittel No. 1 ist Heu.  Heu hat zwei wichtige Aufgaben: es muss zermahlen werden und trägt somit für die wichtige Zahnabnutzung bei. Der relativ energiearme Nahrungsbrei füllt den auf Zellulose spezialisierten Darm mit Nahrungsbrei, der die Verdauung garantiert. Heu muss deshalb täglich frisch gefüttert werden und immer zur Verfügung stehen. Bleibt zuviel Heu übrig kann es zwei Ursachen geben: 1) die Heuraufe ist zu groß. In dem Fall wird die Heuraufe eben nur zu 1/2, 1/3 o.ä. gefüllt 2) es wird zuviel andere Nahrung angeboten. In dem Fall wird die Zufütterung etwas zurück genommen, bis mehr Heu aufgenommen wird Heu ist ein Naturprodukt, dass abhängig von den Witterungsverhältnissen sein Aussehen und seine Nährstoffe verändert. Im Handel ist das Heu oft grün gefärbt und mit Dufstoffen versehen, damit wir Menschen es als „lecker“ empfinden. Ernährungstechnisch eher fragwürdig und nicht selten ein Allergieauslöser. Es gibt im Jahr zwei Ernten. Der erste Schnitt im Jahr ist sehr energiereich, da junges Gras im Frühjahr u.a. viel Eiweiss einlagert. Der zweite Schnitt im Herbst ist im Vergleich zum 1. Schnitt eher energiearm, weil das Gras den Sommer über recht trocken steht. Dessen sollte man sich bewusst sein, gerade wenn man energiereiches Trockenfutter  mit füttert. Zuviel Energie macht die Tiere dick (in der Zucht gibt das Toxikosen). Was macht nun ein gutes Heu aus? Es sollte möglichst grün sein (was nach einem sehr trockenen Sommer immer relativ ist) und frisch duften. Der Duft ist mal intensiver, mal weniger intensiv - das ist vor allem von der Lagerung abhängig. Niemals darf Heu muffig riechen, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Schimmelpilz drin. Vor allem sollte Heu aber unterschiedliche Gräser enthalten. Dünne und dicke, harte und weiche, breite und schmale. Sehr feines und weiches Heu ist auf Dauer für die Zähne nicht fördernd. Überhaupt nicht störend sind blasse Halme, denn diese sind lediglich mehr getrocknet als die Grünen. Allerdings sollte ein Heuballen auch nicht so gelb sein wie ein  Strohballen, denn dann sind mit hoher Wahrscheinlichkeit alle Nährstoffe flöten. Heu kann stauben, denn manchmal kommen die Bauern nicht umher, auf noch feuchten und matschigen Wiesen zu mähen. Es gibt eben auch schlechte Ernten, wenn das Wetter nichts anderes zulässt. Naturprodukt Heu. Der Matsch trocknet und damit staubt das Heu. Im Idealfall aber sollte das Heu weitgehend staubfrei sein. Oft werden heutzutage in unserer Region kleine und lockere Ballen gepresst, so dass die Ballen nach all den Umschichtungen am Ende schon staubfrei ist. Einige private Hobby-Bauern pressen aber noch sehr feste, große Ballen und damit gibt es mehr Staub. Es gibt Industriebetriebe, die das Heu entstauben und durch Hitze von Parasiten befreien, da zahlt man halt etwas mehr. Die Frage, was mit den Nährstoffen passiert bei der Behandlung, lasse ich mit Absicht außen vor. Heu bekommt man im Einzelhandel oder auch im Internet.  In einem Pferdeland wie Berlin/Brandenburg gibt es aber auch überall einen Landhandel oder einen Pferdehof, wo man einen Heuballen kaufen kann. Das ist nicht nur günstiger, sondern mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ist dieses Heu nicht industriell eingefäbt und/oder beduftet. Ein Heuballen lässt sich in einem alten Bettbezug super transportieren und aufbewahren, denn der ist atmungsaktiv und man hat den Dreck nicht in der Bude. Abgefüllt in eine Papiertüte kann man dann kleine Mengen direkt bei den Schweinchen lagern.

Frischfutter

Grundnahrungsmittel No. 2 ist das Frischfutter. Darauf sollte keineswegs verzichtet werden. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, einfach alle Bausteine des Körpers kommen zum überwiegenden Teil aus dem Frischfutter. Dabei ist der Grundsatz der Kargfresser zu beachten. Natürlich sollen die Meerschweinchen Abwechslung haben, aber zuviel Abwechslung schadet eher als das sie nützt. In meinem Stall gilt das eiserne Prinzip von regional und saisonal. Warum? Je kürzer die Transportwege, desto weniger Chemie. Wenn diese Chemie uns Menschen schon schadet, wie verträgt ein kleiner Meerschweinchenkörper all das? Wieviel Nährstoffe sind in einem Gemüse noch drin, wenn es Wochen vor der Reife geerntet und auf einem Schiff einmal um den Globus geschickt wird? Warum nach der Saison? Auch die freilebenden Meerschweinchen (und damit die Vorfahren unserer Haustiere) haben je nach Jahreszeit energieärmere und energiereichere Nahrungsquellen. Sicherlich fressen diese Wildtiere auch mal reife Ähren der Gräser und damit Getreide.  Natürlich hat auch dort junges Gras auch sehr viel Energie im Frühjahr. Dessen muss man sich einfach bewusst sein. Übrigens halte ich Bio-Gemüse aus Übersee auch nicht für gesund. Von Frühjahr bis in den späten Herbst werden meine Tiere viel aus dem Garten gefüttert. Die Zahl der zu verfütternden Pflanzen ist unendlich. Wer keinen Garten hat, der kann in Wald und Wiese Futter finden, wenn a) keine Autoverkehr die Gegend belastet und b) absolut sicher ist, dass kein Bauer diese Flächen düngt. Am Ende dieser Seite gibt es Links zu umfangreichen Futterpflanzen. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der kann aber völlig problemlos das richtige Futter im Supermarkt kaufen. Ich sage immer, wer sich und seine Familie gesund ernährt und täglich frisch kocht, der hat auch immer Futter für die Tiere im Haus. Ich gebe hier einen Auszug meiner Fütterung mit gekauften Lebensmitteln. Diese reichen absolut aus, um den Tieren Abwechslung zu bieten. Mehr ist nicht nötig und zuviel eine Belastung für die Tiere. Möhren - gibt es bei mir das ganze Jahr über. Im Sommer weniger, im Winter mehr. Ansonsten gilt: ist gerade Erntezeit bei uns bzw. einem unserer Nachbarländer, dann (und nur dann) wird gekauft und gefüttert Salatgurke, Paprika, Salat (nur manchmal als Leckerli), Chicorée, Apfel (maximal 1 x Woche), Wassermelone (max. 1x die Woche an besonders heißen Tagen), Broccoli, Kohlrabi mit Blättern, Futterrübe, Steckrübe, rote Beete, Fenchel. Meine Tiere im Wohnzimmer profitieren von allerlei Schalen und Bestandteilen, die bei meiner Kocherei abfallen. Es gibt noch wesentlich mehr Gemüse, aber meine mögen es nicht oder ich kaufe es nicht. Das ist dem Umstand geschuldet, dass viel aus dem Garten gefüttert wird (Topinambur, Sonnenblumen, Maispflanzen, Haferkeimlinge, Giersch, Ranunkelstrauch, Haselnuss, Sonnenhut, Ecchinacea, Bambus, Wiesenschnitt, Zweige vom Apfelbaum) . Aber auch ohne Garten würde die o.a. Auswahl die Tiere glücklich machen. Meine Tiere sitzen auf einem riesen Berg Grün und meckern mich an, wenn ich keine Möhre dazu serviere. Sie lieben einfach die Karotten und für rote Beete im Winter lassen sie alles andere stehen und liegen. Wassermelone ist der Hit bei Hitze. Kürbis zum Beispiel wird beim ersten Mal dezent angeknabbert und dann nicht mehr mit dem Hinterteil angeschaut. Zucchini wird zutiefst verachtet. So haben sie alle ihre Vorlieben. Meerschweinchen haben und lieben Ihre Gewohnheiten. Ganz wichtig ist aber, dass jede Futterumstellung/Neufütterung langsam und behutsam ablaufen muss. Ansonsten ist Durchfall vorprogrammiert und den Darm ist neben der Lunge das absolut sensible Organ bei dem Meerschweinchen. Durchfall und Erkältung können schnell gefährlich werden. Ob Gras im Frühjahr oder Kohlrabi im Winter: jedes neue Futtermittel wird zunächst in Miniportion dem bereits gewohnten Frischfutter beigemischt. Das ist z.B. ¼ Handvoll Gras, zwei Löwenzahnblätter oder ½ Kohlrabiblatt. Diese Menge darf dann täglich erhöht werden, bis nach 1 Woche die normale Futtermenge erreicht ist. Im Übrigen wird Gemüse bei mir grundsätzlich nicht geschält, aber einmal heiß abgespült. Das ist übrigens auch der Grund warum ich täglich Möhren füttere. So habe ich immer ein Gemüse, dass der Darm kennt. Mit dieser Fütterung deckt man tatsächlich alle Nährstoffe ab, insbesondere auch Vitamin C. Eine zusätzliche Gabe von Vitaminen ist deshalb nicht  notwendig. Nicht nur überflüssig, sondern regelrecht gefährlich, sind Salz- oder Minerallecksteine. Diese haben im Meerschweinchenstall nichts zu suchen. Wichtig ist natürlich noch die Menge ;-)  Heu ohne Begrenzung und täglich frisch. Bei Gemüse gibt es eine alte Faustregel, die sagt ca. 10% vom Körpergewicht werden als Frischfutter gefüttert und das auf zwei Mahlzeiten aufgeteilt. Ich persönlich tendiere bei den meisten Tieren aber eher zu 15%. Ein US-Teddy Mädel aus meiner Zucht hat z.B. 1,1 kg Körpergewicht, ein ausgewachsener Kastrat vielleicht 1,2 kg. Macht zusammen 2,3 kg. Nach der 10%-Faustregel wären das 230 g Frischfutter (115 g pro Mahlzeit) . Nun ist jedes Schweinchen - wie wir Menschen auch - individuell im Stoffwechsel.  Somit tastet man sich an die richtige Menge einfach ran. Meistens hat man junge Meerschweinchen zu Beginn. Meine Jungen bekommen von mir nicht weniger zu fressen als die Erwachsenen, denn sie sind im Wachstum und sollen keinesfall unterernährt sein. Wachstum und Zunahme (zum Gewicht der Schweinchen bitte die Seite Pflege&TÜV lesen).  Das Frischfutter soll komplett gefressen werden. Bleibt etwas über, dann gibt es zwei Möglichkeiten 1) tatsächlich wird es nicht gemocht, dann wird es vom Futterplan gestrichen 2) es wurde zuviel gefüttert, dann wird die Menge reduziert Die Tiere sollen das Frischfutter bis zur nächsten Fütterung aufgefressen haben und ihr Gewicht halten bzw. als Jungtier zunehmen. Nicht gefressenes Frischfutter muss aus dem Käfig entfernt werden. Wird das Frischfutter verputzt, aber kein oder nur sehr wenig Heu angerührt, dann ist es auch zuviel Frischfutter. Mit der Kontrolle der Frischfuttermenge und der wöchentlichen Gewichtskontrolle tastet man sich an die richtige Menge von Futter für sein Meerschweinchen heran. Das kann sich je nach Rasse, Alter und Geschlecht stark unterscheiden. Manche Tiere kommen tatsächlich mit der 10%-Regel aus, andere brauchen 20%. Deshalb sind diese leidigen Endlosdiskussionen im Internet über die Fütterung auch völliger Quatsch, wenn eine pauschale Regel für alle Meerschweinchen dieser Welt aufgestellt wird. Gerade die zur Zeit moderne Fütterung ausschließlich mit Sämereien birgt enorme Risikien, wenn man sich nicht intensiv mit den Inhaltsstoffen und den Bedürfnissen der Schweinchen auseinandersetzt. Was nicht heißt, dass Meerschweinchen grundsätzlich kein Getreide dürfen (was auch so eine Philosophie für sich ist). Zuletzt noch ein Hinweis für alle, die ihre Tiere mit Pflanzen aus der Natur füttern: Würmer können auch Meerschweinchen befallen. Deshalb im Frühjahr und im Herbst unbedingt eine Kotprobe beim Tierarzt abgeben und auf Darmparasiten untersuchen lassen!

Heu

Mein an sich sehr grünes Heu wirkt auf dem Foto sehr blass und ich habe es mit Absicht so gelassen. Auch in dieser Farbe wäre es ein gutes und nährhaftes Heu. Zu sehen sind verschiedene Gräser und auch verschiedene Grüntöne (zoomen). Das ist normal. Es handelt sich hier um den zweiten Schnitt aus dem Jahr 2016. Das Heu könnte sogar noch etwas gröber sein, d.h. es dürften mehr harte Gräser und auch dickere Stengel enthalten sein. Dieser Ballen ist sehr feingliederig. Meerschweinchen mögen durchaus auch das grobe Heu. Wichtig ist, dass man die ganz harten Stengel besser auf den Boden legt, denn sonst kann es Augenverletzungen geben. Die Schnuten stecken ja gerne den Kopf tief in Heu oder rennen auch einfach mal dagegen. Um Verletzungen vorzubeugen sollten Heuraufen auch immer gegen Reinklettern geschützt sein.
Die beiden Heuraufen sind seitlich gegen Reinklettern gesichert. Einmal durch ein Stück Holz und einmal durch eine Wasserflasche. Manche Meeris hören bis ins hohe Alter nicht auf damit in die Raufe zu klettern.

Trockenhfutter

Nichts wird so heiß diskutiert wie die Fütterung von Trockenfutter, egal ob Liebhaber oder Züchter. Grundsätzlich kommen Schweine in Zweierhaltung und Innenhaltung ohne Trockenfutter aus, wenn sie gesund und munter sind. Bei mehr als zwei Tieren oder einer anderen Haltung als ganzjährige Innenhaltung sieht die Welt aber schon wieder ganz anders aus, denn dann haben wir einen völlig anderen Energiehaushalt und Stresspegel. Es gibt Haltungsformen, die eine Fütterung von Trockenfutter lebensnotwendig machen. So wie ein Leistungssportler ohne zusätzliche Nährstoffe niemals seine Höchstleistung erreichen wird. Umgekehrt wird der Couchpotatoe mit diesem mehr an Nährstoffen seine Gesundheit riskieren. Mittlerweile sind so hochenergetische Futtermittel am Markt, dass selbst Züchter ihre Tiere krank füttern, weil sie sich nicht auseichend mit dem Thema Ernährung beschäftigen. Was der eine Züchter täglich füttern darf, das passt bei dem anderen vielleicht nur zweimal die Woche. Gleiches gilt für den Liebhaber. Oft wird zu dem „bunten“ Futter gegriffen, was die einschlägigen Läden als preiswertes Angebot am besten platzieren. Tatsächlich enthält es viel zu viel Zucker und Getreide für eine Ganzjahresfütterung. Das ist so, als würden ihr Kinder täglich eine ganze Tafel Schokolade zum Frühstück bekommen. Kann man machen, macht aber wenig Sinn. Ich persönlich finde die Fütterung von Trockenfutter sinnvoll, um die Basis an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen zu decken. So kann ich eventuelle Defizite - weil das Wintergemüse vielleicht weniger Vitamine hat oder weil die Salatgurke gerade mal arm an Nährstoffen ist - ausgleichen bzw. sicherstellen, dass ein Minimum an lebenswichtigen Stoffen täglich zugeführt wird. Gleichzeitig stelle ich durch mein im Vergleich energiearmes Trockenfutter sicher, dass die Tiere nicht durch ein permanentes Überangebot krank werden. Frisches Grün im Frühjahr plus Heu vom 1. Schnitt jagt díe Energieversorgungskurve sehr steil nach oben. Ein hochenergetisches Trockenfutter noch oben drauf (oder ein besonders hoher Anteil an Proteinen durch Saatenfütterung) führt mich gerade in der Zucht an gefährliche Grenzen. Wobei es durchaus wenige Haltungsformen gibt, wo diese Fütterung das Optimum darstellt. Ganz bestimmt nicht das Optimum für reine Liebhaberhaltung. Lange Rede, kurzer Sinn: wenn Trockenfutter, dann ein Pelletsfutter. Nur mit den Pellets stelle ich sicher, dass die Tiere gleichmäßig die Nährstoffe aufnehmen. Ein „buntes“ Futter wird immer selektiert und führt am Ende zu einer völlig einseitgen Ernährung. Energiearme Struktur im Trockenfutter (z.B. verschiedene Gräser) macht durch aus Sinn, gerade wenn die Tiere nicht die großartigen Heufresser sind. Auch getrocknetes Gemüse ist eine tolle Ergänzung für Pellets.
Pelletsfutter garantiert eine stabile Aufnahme aller Nährstoffe. Ich füttere Meeri C von Ovator. Bild © mifuma
Struktur zu den Pellets muss gesund sein und die Aufnahme der Pellets muss gefördert sein durch die Mischung. Auch hier auf die Nährstoffe achten Bild © cavialand
Dieses Futter hat nichts im Meerschweinchen zu suchen! Ausnahme: in reiner Außenhaltung und strengem Winter kann die Energiebombe hilfreich sein. Bild © perfecto
Die Aufnahme von Trockenfutter bedarf einer viel strengeren Nährstoffberechnung als das Frischfutter. Grobe Richtlinie ist 1 Esslöffel pro Tier am Tag. Für den Liebhaber mit 2 Tieren in Innenhaltung gilt auch hier: durch regelmäßige Gewichtskontrolle und Anpassung der Futtermittel im Verhältnis zueinander findet man die für seine Tiere richtige Menge heraus. Trockenfutter nur zweimal die Woche ist auch eine Alternative. Gerade bei Trockenfutter ist eine Beratung zu der Menge unabdinglich und diese Beratung ist im Einzelhandel erfahrungsgemäß nicht immer fachmännisch fundiert. Eins fällt auf: die Gegner von Pellets begründen Ihre Einstellung vor allem mit Argumenten, die lange nicht mehr uneingeschränkt gültig sind. Irgendwie werden Argumente aus den 90er Jahren heran gezogen, aber Pellets der namenhaften Hersteller (z.B. Mifuma, Union, Berkel, etc.) entwickeln die Sorten unter neuesten Erkenntnissen und nach Bedürfnissen der Halter stets weiter. Gute Pellets quellen schlichtweg nicht auf und blockieren den Darm, sondern zerfallen im Wasser einfach in ihre Bestandteile. Gute Pellets beinhalten strukturelle Teile und bestehen nicht einfach nur aus Pulver.  Bestandtele, die einfach mal notwendig sind um überhaupt Pellets pressen zu können, sind keineswegs schädlich für den Darm oder das Tier sondern werden unverwertet ausgeschieden. Zweifelsohne gibt es auch noch die „schlechten“ Pellets am Markt. Aber bitte unterstellt doch nicht immer allen Züchtern, dass sie nur das „schlechte“ machen. Fakt ist, dass ich mit keinem anderen Futtermittel eine gleichmäßige Versorgung der lebenswichtigen Nährstoffe so sicherstellen kann wie mit Pellets, weil die Tiere hier nicht selektieren können.

Leckerlis

Meerschweinchen lernen sehr schnell, dass die Fütterung mit dem Geräusch der Kühlschranktür oder dem Schneiden von Lebensmitteln verbunden ist und kommentieren dementsprechend oft unsere Tätigkeiten. Dabei können sie uns mehrmals am Tag sehr glaubhaft versichern, dass sie kurz vor dem Hungertod stehen :-D Natürlich sind wir von unseren Vierbeinern gut erzogen und greifen zu den Leckerlis. Auch beim Meerschwein zählen diese Leckerlis zum Tagesbedarf dazu und natürlich müssen wir darauf achten, dass die Tiere nicht zu dick werden. Es gibt zahlreiche Snacks im Laden zu kaufen. Allen ist eins gemeinsam: sie enthalten oft sehr viel zugesetzten Zucker und/oder Getreide. So wie wir Menschen auch mal Schokolade essen, dürfen Meerschweinchen sicherlich auch mal so eine ungesunde Knabberei. Auf der sicheren Seite sind wir aber mit getrocknetem Gemüse, das mittlerweile auch in den Handelsketten angeboten wird. Möhre, Apfel, Tomate, Pastinaken, Löwenzahn, Brennessel oder auch Mango gibt es mittlerweile getrocknet im Tierfutterbedarf. Absolutes Highlight sind Erbsenflocken, die aber auch sehr dick machen. Obst hat von Hause aus viel Fruchtzucker, Kräuter vermehrt Calzium. Nichts desto trotz kann es in kleinen Mengen rein ins Schwein. Diese Leckerlis ausschließlich aus der Hand gefüttert trainiert gleichzeitig das Vertrauen zwischen Mensch und Tier.

Zusammenfassung

Heu und Frischfutter sind die Grundlagen einer gesunden Meerschweinchenfütterung. Damit werden bei gesunden und frischen Gemüsesorten auch alle Nährstoffbedürfnisse der Meerschweinchen abgedeckt. Trockenfutter ist kein Muss in Innenhaltung, bringt uns aber auf die sichere Seite. Übrigens fressen Meerschweinchen auch je nach Jahreszeit in unterschiedlichen Anteilen. Es gibt Zeiten, da wird das Heu vertilgt als gäbe es kein Morgen, dann wieder wird das Heu fast ignoriert. Ich bin überzeugt davon, dass unsere Tiere je nach jahreszeitlichen Bedürfnissen ganz genau wissen, was ihnen jetzt gerade gut tut. In Außenhaltung ist das noch viel deutlicher zu beobachten. Gewichtskontrolle ist immer der richtige Indikator, um zu sehen, ob das veränderte Verhalten normal ist. Wer unsicher ist, der stellt bitte niemals Fragen in irgendwelchen Internetforen oder gar Facebookgruppen. Die Ratschläge kann man zum größten Teil nicht als seriös betrachten, da die individuelle Situation nicht berücksichtigt wird. Es gibt auch Aussagen wie: das Futtermittel xy verursacht grundsätzlich Krankheit abc. Natürlich sind bei diesem Halter mit Futtermittel xy die Symptome aufgetreten. Aber das Futtermittel xy war daran nicht Schuld, denn keines der Futtermittel für Meerschweinchen von namenhaften Herstellern verursacht Krankheiten. Die Zusammensetzung der Nährstoffe aus Heu, Frischfutter und Trockenfutter oder schlichtweg eine Überfütterung mit zu energiereichen Trockenfutter hat die Symptome bei dem Halter verursacht. Es gibt nicht DIE EINE FüTTERUNG. Nicht selten wird auch das besonders angereicherte Futter als qualitativ hochwertiger bezeichnet. Auch das ist Quatsch, denn für einen Couchpotatoe ist dieses Futter sogar gefährlich. Es gibt Gegner von Trockenfutter, die - wie oben beschrieben - sicherlich in einigen Punkten Recht haben. Aber eben nicht mit dem vielen sinnlosen Quatsch, der nachgeplappert wird. Wer also unsicher ist, der fragt am besten seinen Tierarzt (der aber viel Erfahrung mit Meerschweinchen haben sollte). Der Tierarzt kann den Ernährungszustand beurteilen, denn er hat die Tiere live vor sich. Alternativ fragen sie den Züchter, von dem Ihre Tiere stammen. Aber auch dieser sollte schon ein paar Jahre Zuchterfahrung haben, ein Zuchtanfänger ist oft mit dem Thema Ernährung genauso überfordert wie Sie.

Links

Es gibt im Netz ein paar aktuelle und sehr umfangreiche Futterlisten. Hier findet man vor allem auch was man nicht füttern darf! Einfach auf die Logos klicken.
Im Nagerforum gibt es eine wirklich lange Liste von Futtermitteln aus dem Laden und aus der Natur. Es dauert einen Moment, bis die Liste geladen ist. Eine Anmeldung im Forum ist aber nicht notwendig! Einfach rödeln lassen!
In dieser Facebookgruppe werden täglich Dutzende von Wildpflanzen gepostet und man erfährt sehr zuverlässig, was an Wildpflanzen gefüttert werden darf und was giftig ist. Es gibt Halter, die Ihre Tier das ganze Jahr über ausschließlich mit Wildpflanzen ernähren. Auch hier sind Grundsatzdiskussionen über Fütterung fehl am Platz. Es geht nur um giftig/ungiftig.
Für alle Nordlichter gibt es im Landhandel Schönfließ alles rund um Meerschweinchenfutter. Heu, Möhren, rote Beete, Futterrüben, Trockenfutter. Aber auch alle Sorten von Einstreu.
In diesen beiden Onlineshops gibt es alle Sorten von Ergänzungsfuttermitteln. Pellets, Kräuter, getrocknete Leckerlies, fertige Mischungen. Wer bei der großen Auswahl unsicher wird, der wird dort auch eine persönliche Beratung erhalten. Tip für zwei Schweine in Innenhaltung: Finger weg von jenen Dingen, die als Alleinfuttermittel deklariert sind und bei allem anderen eine Fütterungsempfehlung anfordern.
© of-honey.de - Kopie und Verbreitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung
Der leider viel zu früh verstorbene Dr. Hermann Wenzel alias "Frau Meier" hat eine tolle Seite rund um das Meerschweinchen erschaffen. Wer mehr Details über Meerschweinchenfütterung und Nährstoffe wissen möchte, der ist hier genau richtig.
Meine Tiere bekommen als Struktur zu den Pellets Agrobs Alpengrün Müsli. Je nach Jahreszeit zu unterschiedlic hen Anteilen Bild © Agrobs
Ein guter Ballen Heu hat zumindest in der Mehrheit grüne Halme. Je länger die Ernte her ist, desto blasser wird es.
© honeys teddys since 2007
US - Teddys of Honey
Schwarz-Weiss
Goldagouti-Weiss
since 2007
US - Teddys of Honey Schwarz-Weiss Goldagouti-Weiss since 2007

Was kommt rein ins Schwein?

Grundnahrungsmittel No. 1 ist Heu.  Heu hat zwei wichtige Aufgaben: es muss zermahlen werden und trägt somit für die wichtige Zahnabnutzung bei. Der relativ energiearme Nahrungsbrei füllt den auf Zellulose spezialisierten Darm mit Nahrungsbrei, der die Verdauung garantiert. Heu muss deshalb täglich frisch gefüttert werden und immer zur Verfügung stehen. Bleibt zuviel Heu übrig kann es zwei Ursachen geben: 1) die Heuraufe ist zu groß. In dem Fall wird die Heuraufe eben nur zu 1/2, 1/3 o.ä. gefüllt 2) es wird zuviel andere Nahrung angeboten. In dem Fall wird die Zufütterung etwas zurück genommen, bis mehr Heu aufgenommen wird Heu ist ein Naturprodukt, dass abhängig von den Witterungsverhältnissen sein Aussehen und seine Nährstoffe verändert. Im Handel ist das Heu oft grün gefärbt und mit Dufstoffen versehen, damit wir Menschen es als „lecker“ empfinden. Ernährungstechnisch eher fragwürdig und nicht selten ein Allergieauslöser. Es gibt im Jahr zwei Ernten. Der erste Schnitt im Jahr ist sehr energiereich, da junges Gras im Frühjahr u.a. viel Eiweiss einlagert. Der zweite Schnitt im Herbst ist im Vergleich zum 1. Schnitt eher energiearm, weil das Gras den Sommer über recht trocken steht. Dessen sollte man sich bewusst sein, gerade wenn man energiereiches Trockenfutter  mit füttert. Zuviel Energie macht die Tiere dick (in der Zucht gibt das Toxikosen). Was macht nun ein gutes Heu aus? Es sollte möglichst grün sein (was nach einem sehr trockenen Sommer immer relativ ist) und frisch duften. Der Duft ist mal intensiver, mal weniger intensiv - das ist vor allem von der Lagerung abhängig. Niemals darf Heu muffig riechen, dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Schimmelpilz drin. Vor allem sollte Heu aber unterschiedliche Gräser enthalten. Dünne und dicke, harte und weiche, breite und schmale. Sehr feines und weiches Heu ist auf Dauer für die Zähne nicht fördernd. Überhaupt nicht störend sind blasse Halme, denn diese sind lediglich mehr getrocknet als die Grünen. Allerdings sollte ein Heuballen auch nicht so gelb sein wie ein  Strohballen, denn dann sind mit hoher Wahrscheinlichkeit alle Nährstoffe flöten. Heu kann stauben, denn manchmal kommen die Bauern nicht umher, auf noch feuchten und matschigen Wiesen zu mähen. Es gibt eben auch schlechte Ernten, wenn das Wetter nichts anderes zulässt. Naturprodukt Heu. Der Matsch trocknet und damit staubt das Heu. Im Idealfall aber sollte das Heu weitgehend staubfrei sein. Oft werden heutzutage in unserer Region kleine und lockere Ballen gepresst, so dass die Ballen nach all den Umschichtungen am Ende schon staubfrei ist. Einige private Hobby-Bauern pressen aber noch sehr feste, große Ballen und damit gibt es mehr Staub. Es gibt Industriebetriebe, die das Heu entstauben und durch Hitze von Parasiten befreien, da zahlt man halt etwas mehr. Die Frage, was mit den Nährstoffen passiert bei der Behandlung, lasse ich mit Absicht außen vor. Heu bekommt man im Einzelhandel oder auch im Internet.  In einem Pferdeland wie Berlin/Brandenburg gibt es aber auch überall einen Landhandel oder einen Pferdehof, wo man einen Heuballen kaufen kann. Das ist nicht nur günstiger, sondern mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ist dieses Heu nicht industriell eingefäbt und/oder beduftet. Ein Heuballen lässt sich in einem alten Bettbezug super transportieren und aufbewahren, denn der ist atmungsaktiv und man hat den Dreck nicht in der Bude. Abgefüllt in eine Papiertüte kann man dann kleine Mengen direkt bei den Schweinchen lagern.

Frischfutter

Grundnahrungsmittel No. 2 ist das Frischfutter. Darauf sollte keineswegs verzichtet werden. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, einfach alle Bausteine des Körpers kommen zum überwiegenden Teil aus dem Frischfutter. Dabei ist der Grundsatz der Kargfresser zu beachten. Natürlich sollen die Meerschweinchen Abwechslung haben, aber zuviel Abwechslung schadet eher als das sie nützt. In meinem Stall gilt das eiserne Prinzip von regional und saisonal. Warum? Je kürzer die Transportwege, desto weniger Chemie. Wenn diese Chemie uns Menschen schon schadet, wie verträgt ein kleiner Meerschweinchenkörper all das? Wieviel Nährstoffe sind in einem Gemüse noch drin, wenn es Wochen vor der Reife geerntet und auf einem Schiff einmal um den Globus geschickt wird? Warum nach der Saison? Auch die freilebenden Meerschweinchen (und damit die Vorfahren unserer Haustiere) haben je nach Jahreszeit energieärmere und energiereichere Nahrungsquellen. Sicherlich fressen diese Wildtiere auch mal reife Ähren der Gräser und damit Getreide.  Natürlich hat auch dort junges Gras auch sehr viel Energie im Frühjahr. Dessen muss man sich einfach bewusst sein. Übrigens halte ich Bio-Gemüse aus Übersee auch nicht für gesund. Von Frühjahr bis in den späten Herbst werden meine Tiere viel aus dem Garten gefüttert. Die Zahl der zu verfütternden Pflanzen ist unendlich. Wer keinen Garten hat, der kann in Wald und Wiese Futter finden, wenn a) keine Autoverkehr die Gegend belastet und b) absolut sicher ist, dass kein Bauer diese Flächen düngt. Am Ende dieser Seite gibt es Links zu umfangreichen Futterpflanzen. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der kann aber völlig problemlos das richtige Futter im Supermarkt kaufen. Ich sage immer, wer sich und seine Familie gesund ernährt und täglich frisch kocht, der hat auch immer Futter für die Tiere im Haus. Ich gebe hier einen Auszug meiner Fütterung mit gekauften Lebensmitteln. Diese reichen absolut aus, um den Tieren Abwechslung zu bieten. Mehr ist nicht nötig und zuviel eine Belastung für die Tiere. Möhren - gibt es bei mir das ganze Jahr über. Im Sommer weniger, im Winter mehr. Ansonsten gilt: ist gerade Erntezeit bei uns bzw. einem unserer Nachbarländer, dann (und nur dann) wird gekauft und gefüttert Salatgurke, Paprika, Salat (nur manchmal als Leckerli), Chicorée, Apfel (maximal 1 x Woche), Wassermelone (max. 1x die Woche an besonders heißen Tagen), Broccoli, Kohlrabi mit Blättern, Futterrübe, Steckrübe, rote Beete, Fenchel. Meine Tiere im Wohnzimmer profitieren von allerlei Schalen und Bestandteilen, die bei meiner Kocherei abfallen. Es gibt noch wesentlich mehr Gemüse, aber meine mögen es nicht oder ich kaufe es nicht. Das ist dem Umstand geschuldet, dass viel aus dem Garten gefüttert wird (Topinambur, Sonnenblumen, Maispflanzen, Haferkeimlinge, Giersch, Ranunkelstrauch, Haselnuss, Sonnenhut, Ecchinacea, Bambus, Wiesenschnitt, Zweige vom Apfelbaum) . Aber auch ohne Garten würde die o.a. Auswahl die Tiere glücklich machen. Meine Tiere sitzen auf einem riesen Berg Grün und meckern mich an, wenn ich keine Möhre dazu serviere. Sie lieben einfach die Karotten und für rote Beete im Winter lassen sie alles andere stehen und liegen. Wassermelone ist der Hit bei Hitze. Kürbis zum Beispiel wird beim ersten Mal dezent angeknabbert und dann nicht mehr mit dem Hinterteil angeschaut. Zucchini wird zutiefst verachtet. So haben sie alle ihre Vorlieben. Meerschweinchen haben und lieben Ihre Gewohnheiten. Ganz wichtig ist aber, dass jede Futterumstellung/Neufütterung langsam und behutsam ablaufen muss. Ansonsten ist Durchfall vorprogrammiert und den Darm ist neben der Lunge das absolut sensible Organ bei dem Meerschweinchen. Durchfall und Erkältung können schnell gefährlich werden. Ob Gras im Frühjahr oder Kohlrabi im Winter: jedes neue Futtermittel wird zunächst in Miniportion dem bereits gewohnten Frischfutter beigemischt. Das ist z.B. ¼ Handvoll Gras, zwei Löwenzahnblätter oder ½ Kohlrabiblatt. Diese Menge darf dann täglich erhöht werden, bis nach 1 Woche die normale Futtermenge erreicht ist. Im Übrigen wird Gemüse bei mir grundsätzlich nicht geschält, aber einmal heiß abgespült. Das ist übrigens auch der Grund warum ich täglich Möhren füttere. So habe ich immer ein Gemüse, dass der Darm kennt. Mit dieser Fütterung deckt man tatsächlich alle Nährstoffe ab, insbesondere auch Vitamin C. Eine zusätzliche Gabe von Vitaminen ist deshalb nicht  notwendig. Nicht nur überflüssig, sondern regelrecht gefährlich, sind Salz- oder Minerallecksteine. Diese haben im Meerschweinchenstall nichts zu suchen. Wichtig ist natürlich noch die Menge ;-)  Heu ohne Begrenzung und täglich frisch. Bei Gemüse gibt es eine alte Faustregel, die sagt ca. 10% vom Körpergewicht werden als Frischfutter gefüttert und das auf zwei Mahlzeiten aufgeteilt. Ich persönlich tendiere bei den meisten Tieren aber eher zu 15%. Ein US-Teddy Mädel aus meiner Zucht hat z.B. 1,1 kg Körpergewicht, ein ausgewachsener Kastrat vielleicht 1,2 kg. Macht zusammen 2,3 kg. Nach der 10%-Faustregel wären das 230 g Frischfutter (115 g pro Mahlzeit) . Nun ist jedes Schweinchen - wie wir Menschen auch - individuell im Stoffwechsel.  Somit tastet man sich an die richtige Menge einfach ran. Meistens hat man junge Meerschweinchen zu Beginn. Meine Jungen bekommen von mir nicht weniger zu fressen als die Erwachsenen, denn sie sind im Wachstum und sollen keinesfall unterernährt sein. Wachstum und Zunahme (zum Gewicht der Schweinchen bitte die Seite Pflege&TÜV lesen).  Das Frischfutter soll komplett gefressen werden. Bleibt etwas über, dann gibt es zwei Möglichkeiten 1) tatsächlich wird es nicht gemocht, dann wird es vom Futterplan gestrichen 2) es wurde zuviel gefüttert, dann wird die Menge reduziert Die Tiere sollen das Frischfutter bis zur nächsten Fütterung aufgefressen haben und ihr Gewicht halten bzw. als Jungtier zunehmen. Nicht gefressenes Frischfutter muss aus dem Käfig entfernt werden. Wird das Frischfutter verputzt, aber kein oder nur sehr wenig Heu angerührt, dann ist es auch zuviel Frischfutter. Mit der Kontrolle der Frischfuttermenge und der wöchentlichen Gewichtskontrolle tastet man sich an die richtige Menge von Futter für sein Meerschweinchen heran. Das kann sich je nach Rasse, Alter und Geschlecht stark unterscheiden. Manche Tiere kommen tatsächlich mit der 10%-Regel aus, andere brauchen 20%. Deshalb sind diese leidigen Endlosdiskussionen im Internet über die Fütterung auch völliger Quatsch, wenn eine pauschale Regel für alle Meerschweinchen dieser Welt aufgestellt wird. Gerade die zur Zeit moderne Fütterung ausschließlich mit Sämereien birgt enorme Risikien, wenn man sich nicht intensiv mit den Inhaltsstoffen und den Bedürfnissen der Schweinchen auseinandersetzt. Was nicht heißt, dass Meerschweinchen grundsätzlich kein Getreide dürfen (was auch so eine Philosophie für sich ist). Zuletzt noch ein Hinweis für alle, die ihre Tiere mit Pflanzen aus der Natur füttern: Würmer können auch Meerschweinchen befallen. Deshalb im Frühjahr und im Herbst unbedingt eine Kotprobe beim Tierarzt abgeben und auf Darmparasiten untersuchen lassen!

Heu

Mein an sich sehr grünes Heu wirkt auf dem Foto sehr blass und ich habe es mit Absicht so gelassen. Auch in dieser Farbe wäre es ein gutes und nährhaftes Heu. Zu sehen sind verschiedene Gräser und auch verschiedene Grüntöne (zoomen). Das ist normal. Es handelt sich hier um den zweiten Schnitt aus dem Jahr 2016. Das Heu könnte sogar noch etwas gröber sein, d.h. es dürften mehr harte Gräser und auch dickere Stengel enthalten sein. Dieser Ballen ist sehr feingliederig. Meerschweinchen mögen durchaus auch das grobe Heu. Wichtig ist, dass man die ganz harten Stengel besser auf den Boden legt, denn sonst kann es Augenverletzungen geben. Die Schnuten stecken ja gerne den Kopf tief in Heu oder rennen auch einfach mal dagegen. Um Verletzungen vorzubeugen sollten Heuraufen auch immer gegen Reinklettern geschützt sein.
Die beiden Heuraufen sind seitlich gegen Reinklettern gesichert. Einmal durch ein Stück Holz und einmal durch eine Wasserflasche. Manche Meeris hören bis ins hohe Alter nicht auf damit in die Raufe zu klettern.

Trockenhfutter

Pelletsfutter garantiert eine stabile Aufnahme aller Nährstoffe. Ich füttere Meeri C von Ovator. Bild © mifuma
Struktur zu den Pellets muss gesund sein und die Aufnahme der Pellets muss gefördert sein durch die Mischung. Auch hier auf die Nährstoffe achten Bild © cavialand
Dieses Futter hat nichts im Meerschweinchen zu suchen! Ausnahme: in reiner Außenhaltung und strengem Winter kann die Energiebombe hilfreich sein. Bild © perfecto
Die Aufnahme von Trockenfutter bedarf einer viel strengeren Nährstoffberechnung als das Frischfutter. Grobe Richtlinie ist 1 Esslöffel pro Tier am Tag. Für den Liebhaber mit 2 Tieren in Innenhaltung gilt auch hier: durch regelmäßige Gewichtskontrolle und Anpassung der Futtermittel im Verhältnis zueinander findet man die für seine Tiere richtige Menge heraus. Trockenfutter nur zweimal die Woche ist auch eine Alternative. Gerade bei Trockenfutter ist eine Beratung zu der Menge unabdinglich und diese Beratung ist im Einzelhandel erfahrungsgemäß nicht immer fachmännisch fundiert.

Leckerlis

Meerschweinchen lernen sehr schnell, dass die Fütterung mit dem Geräusch der Kühlschranktür oder dem Schneiden von Lebensmitteln verbunden ist und kommentieren dementsprechend oft unsere Tätigkeiten. Dabei können sie uns mehrmals am Tag sehr glaubhaft versichern, dass sie kurz vor dem Hungertod stehen :-D Natürlich sind wir von unseren Vierbeinern gut erzogen und greifen zu den Leckerlis. Auch beim Meerschwein zählen diese Leckerlis zum Tagesbedarf dazu und natürlich müssen wir darauf achten, dass die Tiere nicht zu dick werden. Es gibt zahlreiche Snacks im Laden zu kaufen. Allen ist eins gemeinsam: sie enthalten oft sehr viel zugesetzten Zucker und/oder Getreide. So wie wir Menschen auch mal Schokolade essen, dürfen Meerschweinchen sicherlich auch mal so eine ungesunde Knabberei. Auf der sicheren Seite sind wir aber mit getrocknetem Gemüse, das mittlerweile auch in den Handelsketten angeboten wird. Möhre, Apfel, Tomate, Pastinaken, Löwenzahn, Brennessel oder auch Mango gibt es mittlerweile getrocknet im Tierfutterbedarf. Absolutes Highlight sind Erbsenflocken, die aber auch sehr dick machen. Obst hat von Hause aus viel Fruchtzucker, Kräuter vermehrt Calzium. Nichts desto trotz kann es in kleinen Mengen rein ins Schwein. Diese Leckerlis ausschließlich aus der Hand gefüttert trainiert gleichzeitig das Vertrauen zwischen Mensch und Tier.

Zusammenfassung

Heu und Frischfutter sind die Grundlagen einer gesunden Meerschweinchenfütterung. Damit werden bei gesunden und frischen Gemüsesorten auch alle Nährstoffbedürfnisse der Meerschweinchen abgedeckt. Trockenfutter ist kein Muss in Innenhaltung, bringt uns aber auf die sichere Seite. Übrigens fressen Meerschweinchen auch je nach Jahreszeit in unterschiedlichen Anteilen. Es gibt Zeiten, da wird das Heu vertilgt als gäbe es kein Morgen, dann wieder wird das Heu fast ignoriert. Ich bin überzeugt davon, dass unsere Tiere je nach jahreszeitlichen Bedürfnissen ganz genau wissen, was ihnen jetzt gerade gut tut. In Außenhaltung ist das noch viel deutlicher zu beobachten. Gewichtskontrolle ist immer der richtige Indikator, um zu sehen, ob das veränderte Verhalten normal ist. Wer unsicher ist, der stellt bitte niemals Fragen in irgendwelchen Internetforen oder gar Facebookgruppen. Die Ratschläge kann man zum größten Teil nicht als seriös betrachten, da die individuelle Situation nicht berücksichtigt wird. Es gibt auch Aussagen wie: das Futtermittel xy verursacht grundsätzlich Krankheit abc. Natürlich sind bei diesem Halter mit Futtermittel xy die Symptome aufgetreten. Aber das Futtermittel xy war daran nicht Schuld, denn keines der Futtermittel für Meerschweinchen von namenhaften Herstellern verursacht Krankheiten. Die Zusammensetzung der Nährstoffe aus Heu, Frischfutter und Trockenfutter oder schlichtweg eine Überfütterung mit zu energiereichen Trockenfutter hat die Symptome bei dem Halter verursacht. Es gibt nicht DIE EINE FüTTERUNG. Nicht selten wird auch das besonders angereicherte Futter als qualitativ hochwertiger bezeichnet. Auch das ist Quatsch, denn für einen Couchpotatoe ist dieses Futter sogar gefährlich. Es gibt Gegner von Trockenfutter, die - wie oben beschrieben - sicherlich in einigen Punkten Recht haben. Aber nicht jede Alternative ist gesund für die Tiere. Wer also unsicher ist, der fragt am besten seinen Tierarzt (der aber viel Erfahrung mit Meerschweinchen haben sollte). Der Tierarzt kann den Ernährungszustand beurteilen, denn er hat die Tiere live vor sich. Alternativ fragen sie den Züchter, von dem Ihre Tiere stammen. Aber auch dieser sollte schon ein paar Jahre Zuchterfahrung haben, ein Zuchtanfänger ist oft mit dem Thema Ernährung genauso überfordert wie Sie.

Links

Es gibt im Netz ein paar aktuelle und sehr umfangreiche Futterlisten. Hier findet man vor allem auch was man nicht füttern darf! Einfach auf die Logos klicken.
Im Nagerforum gibt es eine wirklich lange Liste von Futtermitteln aus dem Laden und aus der Natur. Es dauert einen Moment, bis die Liste geladen ist. Eine Anmeldung im Forum ist aber nicht notwendig! Einfach rödeln lassen!
In dieser Facebookgruppe werden täglich Dutzende von Wildpflanzen gepostet und man erfährt sehr zuverlässig, was an Wildpflanzen gefüttert werden darf und was giftig ist. Es gibt Halter, die Ihre Tier das ganze Jahr über ausschließlich mit Wildpflanzen ernähren. Auch hier sind Grundsatzdiskussionen über Fütterung fehl am Platz. Es geht nur um giftig/ungiftig.
Für alle Nordlichter gibt es im Landhandel Schönfließ alles rund um Meerschweinchenfutter. Heu, Möhren, rote Beete, Futterrüben, Trockenfutter. Aber auch alle Sorten von Einstreu.
In diesen beiden Onlineshops gibt es alle Sorten von Ergänzungsfuttermitteln. Pellets, Kräuter, getrocknete Leckerlies, fertige Mischungen. Wer bei der großen Auswahl unsicher wird, der wird dort auch eine persönliche Beratung erhalten. Tip für zwei Schweine in Innenhaltung: Finger weg von jenen Dingen, die als Alleinfuttermittel deklariert sind und bei allem anderen eine Fütterungsempfehlung anfordern.
© of-honey.de - Kopie und Verbreitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung
Der leider viel zu früh verstorbene Dr. Hermann Wenzel alias "Frau Meier" hat eine tolle Seite rund um das Meerschweinchen erschaffen. Wer mehr Details über Meerschweinchenfütterung und Nährstoffe wissen möchte, der ist hier genau richtig.
Meine Tiere bekommen als Struktur zu den Pellets Agrobs Alpengrün Müsli. Je nach Jahreszeit zu unterschiedlic hen Anteilen Bild © Agrobs
Ein guter Ballen Heu hat zumindest in der Mehrheit grüne Halme. Je länger die Ernte her ist, desto blasser wird es.
Ernährung ist bei den meisten von uns Menschen ein großes Thema. Vegetarierer, Veganer, LowCarber, Methabolicer, Fertiggerichte-Kocher, Bioladen-Einkäufer, Normal-Esser ….. es gibt hunderte von Philosophien für Ernährung. Dazu kommt, dass sich ständig neue Trends entwickeln. Die Futtermittel-Industrie setzt Milliarden im Jahr um und deshalb werden dort auch ständig neue Trends erfunden. Wer sich als Veganer  mit Ernährung auseinandersetzt, der tendiert nicht selten dazu, auch sein Tier nach diesen Grundsätzen zu ernähren. Ich bin kein Fan von Extremen und orientiere mich an den tierärztlichen Empfehlungen. Meine Ausführungen basieren auf Jahren der Erfahrungen, auch negativen Erfahrungen mit falscher Fütterung. Was auf dieser Seite steht gilt für Tiere in Innenhaltung, mit denen nicht gezüchtet wird und die körperlich gesund sind. Darüber hinaus orientiere ich mich am US- Teddy, denn schon alleine die Rassen unterscheiden sich durchaus in ihrem Stoffwechsel. Die Leichtfüttrigkeit einer Rasse kann sich schon von Züchter zu Züchter unterscheiden und am Ende ist jedes Meerschweinchen ein Individuum und hat einen eigenen Grundumsatz an kcal. Denn letztendlich ist auch die Fütterung von Meerschweinchen nichts weiter als eine Berechnung von Tagesbedarf an Nährstoffen und der benötigten Energie des Meerschweinchens. Ich gehe aber nicht soweit, dass ich Formeln und komplizierte Berechnungen empfehle. Für mich gilt bei der Fütterung: weniger ist mehr. Ein paar Eckdaten sollte man kennen. Meerschweinchen können kein Vitamin C herstellen, deshalb muss es über die Nahrung zugeführt werden. Freilebende Meerschweinchen sind Kargfresser. Das bedeutet, es braucht eigentlich eher weniger Pflanzen, diese sind aber lebensnotwendig. Das heißt nicht, dass man Meeris ohne Frischfutter ernährt. Neuergings wird als „Gegenargument“ geliefert, dass Meeris Grünfresser seien. Wer solche Argumente liefert, der hat sich nicht über das Verdauungssystem des Kargfressers informiert sondern plappert ahnungslos Dinge in der Welt herum. Kargfresser zu sein sagt etwas über die Darmbeschaffung und Verdauungstätigkeit aus. Es macht mich wütend, wieviele Leute ahnungslos leere Floskeln immer und immer wieder im Internet verbreiten und Anfänger damit auf eine völlig falsche Ernährung bringen. Am Ende leiden die Tiere. Ich lese täglich von ernährungsbedingten Krankheiten, die ich in 10 Jahren nicht ein einziges Mal in meinem Stall hatte. Die sogenannten Experten haben ja eine tolle Ausrede, denn an solchen Krankheiten ist am Ende der Züchter schuld oder der Vorbesitzer. Fakt ist nun einmal, dass Meerlis keine 10 Gemüsesorten am Tag brauchen. Der Magen- Darm-Trakt reagiert sehr sensibel auf Futterumstellung. Meerschweinchen haben einen sogenannten Stopfdarm, d.h. sie verdauen nur, wenn neue Nahrung aufgenommen wird. Der Darm der Tiere hat im Gegensatz zu uns Menschen keine Eigenbewegung, der die Verdauung voran treibt. Die Zähne der Tiere wachsen ein Leben lang nach und der Abrieb der Zähne - lebensnotwendig für die Gesunderhaltung - erfolgt mit der richtigen Nahrung. Die richtige Ernährung bedeutet Gesunderhaltung. Mangelernährung ist ein Thema, ein Zuviel ein anderes. Ein zuviel an Zucker (falsches Trockenfutter oder zuviel Obst) führt zu Diabetis, von der Zerstörung der Darmflora mal ganz abgesehen.  Ein Zuviel an Kalzium führt zu Blasenschlamm, -grieß oder gar Blasensteinen.  Es gibt zahlreiche fütterungsbedingte Krankheiten. In unserer heutigen Zeit ist Mangelernährung (z.B. Vitaminmangel) tatsächlich kaum noch ein Thema. Krankheiten durch falsche Überfütterung nehmen aber zu. Starkes Übergewicht verkürzt das Leben unserer Fellnasen erheblich. Hält man sich an ein paar Regeln, dann ist Meerschweinchenfütterung aber sehr einfach nachzuvollziehen.
Nichts wird so heiß diskutiert wie die Fütterung von Trockenfutter, egal ob Liebhaber oder Züchter. Grundsätzlich kommen Schweine in Zweierhaltung und Innenhaltung ohne Trockenfutter aus, wenn sie gesund und munter sind. Bei mehr als zwei Tieren oder einer anderen Haltung als ganzjährige Innenhaltung sieht die Welt aber schon wieder ganz anders aus, denn dann haben wir einen völlig anderen Energiehaushalt und Stresspegel. Es gibt Haltungsformen, die eine Fütterung von Trockenfutter lebensnotwendig machen. So wie ein Leistungssportler ohne zusätzliche Nährstoffe niemals seine Höchstleistung erreichen wird. Umgekehrt wird der Couchpotatoe mit diesem mehr an Nährstoffen seine Gesundheit riskieren. Mittlerweile sind so hochenergetische Futtermittel am Markt, dass selbst Züchter ihre Tiere krank füttern, weil sie sich nicht auseichend mit dem Thema Ernährung beschäftigen. Was der eine Züchter täglich füttern darf, das passt bei dem anderen vielleicht nur zweimal die Woche. Gleiches gilt für den Liebhaber. Oft wird zu dem „bunten“ Futter gegriffen, was die einschlägigen Läden als preiswertes Angebot am besten platzieren. Tatsächlich enthält es viel zu viel Zucker und Getreide für eine Ganzjahresfütterung. Das ist so, als würden ihr Kinder täglich eine ganze Tafel Schokolade zum Frühstück bekommen. Kann man machen, macht aber wenig Sinn. Ich persönlich finde die Fütterung von Trockenfutter sinnvoll, um die Basis an Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen zu decken. So kann ich eventuelle Defizite - weil das Wintergemüse vielleicht weniger Vitamine hat oder weil die Salatgurke gerade mal arm an Nährstoffen ist - ausgleichen bzw. sicherstellen, dass ein Minimum an lebenswichtigen Stoffen täglich zugeführt wird. Gleichzeitig stelle ich durch mein im Vergleich energiearmes Trockenfutter sicher, dass die Tiere nicht durch ein permanentes Überangebot krank werden. Frisches Grün im Frühjahr plus Heu vom 1. Schnitt jagt díe Energieversorgungskurve sehr steil nach oben. Ein hochenergetisches Trockenfutter noch oben drauf (oder ein besonders hoher Anteil an Proteinen durch Saatenfütterung) führt mich gerade in der Zucht an gefährliche Grenzen. Wobei es durchaus wenige Haltungsformen gibt, wo diese Fütterung das Optimum darstellt. Ganz bestimmt nicht das Optimum für reine Liebhaberhaltung. Lange Rede, kurzer Sinn: wenn Trockenfutter, dann ein Pelletsfutter. Nur mit den Pellets stelle ich sicher, dass die Tiere gleichmäßig die Nährstoffe aufnehmen. Ein „buntes“ Futter wird immer selektiert und führt am Ende zu einer völlig einseitgen Ernährung. Energiearme Struktur im Trockenfutter (z.B. verschiedene Gräser) macht durch aus Sinn, gerade wenn die Tiere nicht die großartigen Heufresser sind. Auch getrocknetes Gemüse ist eine tolle Ergänzung für Pellets.
Eins fällt auf: die Gegner von Pellets begründen Ihre Einstellung vor allem mit Argumenten, die lange nicht mehr uneingeschränkt gültig sind. Irgendwie werden Argumente aus den 90er Jahren heran gezogen, aber Pellets der namenhaften Hersteller (z.B. Mifuma, Union, Berkel, etc.) entwickeln die Sorten unter neuesten Erkenntnissen und nach Bedürfnissen der Halter stets weiter. Gute Pellets quellen schlichtweg nicht auf und blockieren den Darm, sondern zerfallen im Wasser einfach in ihre Bestandteile. Gute Pellets beinhalten strukturelle Teile und bestehen nicht einfach nur aus Pulver.  Bestandtele, die einfach mal notwendig sind um überhaupt Pellets pressen zu können, sind keineswegs schädlich für den Darm oder das Tier sondern werden unverwertet ausgeschieden. Zweifelsohne gibt es auch noch die „schlechten“ Pellets am Markt. Aber bitte unterstellt doch nicht immer allen Züchtern, dass sie nur das „schlechte“ machen. Fakt ist, dass ich mit keinem anderen Futtermittel eine gleichmäßige Versorgung der lebenswichtigen Nährstoffe so sicherstellen kann wie mit Pellets, weil die Tiere hier nicht selektieren können.
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