19.12.2010 Kinder, wie die Zeit rennt. Nun ist das Jahr fast rum. Alles in allem bin ich zufrieden. Alle gesund und munter und obwohl die letzten Würfe sehrgroß waren, ist doch alles glatt gegangen. Ein paar Mädels gehen wieder auf Rente oder haben die Rente in diesem Jahr angetreten. Aufgrund derAusstellungen kommen ein paar Würfe im Winter. Dank der Heizungen im Stall haben es die Tiere trotz der sibirischen Temperaturen schön kuschelig.Auffallend ist schon, dass es nun der 3. schneereiche Winter in Folge ist. Als ich noch nicht so viel Schnee schippen musste, war es wohl weniger Schneeund die Sommer schöner ;-) Oder doch selektive Wahrnehmung?Ich habe schöne Plätze für meine Schweinchen gefunden und wieder viele Weihnachtsgrüße mit tollen Fotos bekommen. Schön zu wissen, dass es dennAuswanderern und ihren Gurkenschnipplern gut geht. Rückblickend muss ich sagen, dass sich die Verschärfung meiner Abgabebedingungen absolutpositiv ausgewirkt hat. Die Interessenten sind gut informiert, meist erfahren in der Haltung und das wichtigste - lieben Meerschweinchen. Da machen all dieTelefonate, Mails und Beratungsgespräche Spaß, weil die Zeit sinnvoll genutzt ist.Nun ist es nicht mehr lang und das Jahr ist vorbei. Ich hoffe, der Winter ist nicht mehr so lang und dass der Frühling bald Einzug hält. Na ja, hoffen kannman ja ;-)Ich wünsche allen Lesern, ihren Familien und Vierbeinern erholsame Feiertage und einen guten Rutsch in ein tolles 2011.17.10.2010 Schon wieder 2 Monate vergangen und der Herbst ist unwiderruflich da. Ich habe mein Ziel - den Bestand zu reduzieren - fast erreicht. Sind alleAbgabetiere ausgezogen, dann bleibt ein Bestand von ca. 40 Tieren. Klein aber fein. Wie immer kann ich mich von den Böcken und Kastraten nur schwertrennen ;-) Ich habe aber in den letzten Wochen wirklich tolle Liebhaberplätze in Berlin und Umgebung gefunden. Es zeigt sich mal wieder, dass dieVerschärfung meiner Abgaberegeln genau der richtige Weg war.Alle haben nun Stroh mit in den Ställen, damit sie es in den doch schon recht kühlen Nächten schön kuschelig haben. Noch ist es aber nicht so kalt, dassich die oberen Türen schließen müsste. Frischluft geht über alles. Wollen wir mal hoffen, dass die russischen Wetterexperten Unrecht haben und es nichtder kälteste Winter seit 1000 Jahren wird. Die letzten beiden Winter waren schon heftig und ich habe irgendwie keine Lust auf extreme Minusgrade undSchnee ohne Ende :-oyeah! wird in den kommenden Tagen ihren ersten Wurf bekommen. Ich bin schon sehr gespannt. In den Wintermonaten wird es den einen oder anderenWurf geben, aber nur dort, wo die Zuchtpause sonst zu lange wäre. Der Großteil der Würfe wird im Frühjahr kommen. Also geht es weiter mit dem hibbelnund dem Bangen, dass alles gut geht ;-)15.08.2010 Das Wetter hat sich glücklicherweise beruhigt. Zwar regnet es viel, aber das ist allemal besser als diese Hitze. Alle Tiere sind gesund undmunter und die überwiegende Anzahl der Würfe für dieses Jahr ist gefallen. Ohne Ausnahme tolle Babys, die sich alle prima entwickeln. Meine neuen Abgaberegeln scheinen sich zu bewähren. Wesentlich weniger kuriose Anfragen und ich habe wirklich super Liebhaber-Plätze für junge undalte Tiere gefunden. Nur schwarze Teddies scheinen nach wie vor auf der Beliebtheitsskala nicht so weit oben zu stehen ;-) Verstehen kann ich das nicht,denn diese Tiere sehen immer besonders edel aus - finde ich. Ich werde dann eben die Anzahl meiner schwarzen Kastraten erhöhen und die beliebtenzwei- und dreifarbigen abgeben. Auch wenn mir da bei dem einen oder anderen Kandidaten das Herz blutet :-( Aber die Gruppe darf nun mal nicht zu großwerden, damit ich mich um alle genügend kümmern kann.Zwei Mädels von den Rennfahrerschweinchen sind eingezogen. Kein wirkliches Fremdblut, denn beide Eltern stammen aus meiner Zucht. Aber genau dasist der Grund, warum sie hier eingezogen sind. Ich verspreche mir viel davon, stammen sie doch von meinem unvergessenen Ilo's Donald ab, der leiderviel zu früh verstorben ist. In Kürze zieht noch ein schwarzes Glatthaarmädel von Martina und Andreas Reinert ein. Sie soll meinen Holländern einvernünftiges Exterieur einhauchen :-) Ich bin schon sehr gespannt, wie sich das alles weiter entwickeln wird. 18.07.2010 Das Wetter ist der reine Wahnsinn. Erst dieser ewig lange Winter mit Kälterekorden und nun diese unerwartete Hitzewelle. Der heißeste Juniseit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das soll schon was heißen und ein Ende ist ja nicht wirklich in Sicht. Während ich im Winter permanent damitbeschäftigt war, die Trinkflaschen vor dem Einfrieren zu retten und die Luftfeuchtigkeit niedrig zu halten, mache ich nun genau das Gegenteil. Permanentschleppe ich gefrorene Flaschen in die Ställe. In feuchte Tücher eingewickelt eine tolle Abkühlung für die Schweinis. Nachts hänge ich feuchte Tücher aufund sorge vor dem zu Bett gehen mit einem Ventilator dafür, dass die kühlere Außenluft auch in die Ställe gelangt. Trotz dieser extremen Temperaturen geht es meinen Schnuten offensichtlich gut. Keine Hitzeopfer und kein Verwerfen. Drei Mädels haben schon geworfen,täglich warte ich auf fally dally und Gwenhy folgt erst wieder im August. Auch die Verpaarungen schiebe ich etwas nach hinten, denn auch die sind bei derHitze eine Belastung für die Tiere. Damit fällt V.I.P aus der Zucht, denn sie hätte schon im Juni zum Bock gemusst. Nun ist es zu spät. Auch kein Problem,bleiben wird sie trotzdem ;-)18.06.2010 Wie immer sind meine News etwas ins Hintertreffen geraten :-) Dafür gibt es heute mal eine Geschichte....Frühlingsimpressionen – eine lange Kurzgeschichte über die ZuchtEin verregneter Tag im März. Nach einem endlos erscheinenden Winter endlich wieder Temperaturen über 10°C. Trotz Regen ein angenehmes Wetter.Frische und klare Luft.Wie oft habe ich mich in den letzten Monaten gefragt, warum ich eigentlich züchte. So viele Rückschläge und Katastrophen. Während ich auf dem stabilenUnterstand im Bodengehege sitze und das bunte Treiben beobachte geben sie mir alle einen nachhaltigen Grund für Haltung und Zucht.Gweneth ist hoch tragend und die Schambeinfuge seit ein paar Tagen weit offen. Sie hat die herzförmige Figur einer XXL-Bratpfanne. Sie hat sich in derWeidenbrücke eingenistet, die dem Futterplatz am nächsten ist. Dort wackelt sie regelmäßig hin, um sich dann liegend den Magen vollzuschlagen. VielPlatz kann da nicht mehr sein, denn die Babys füllen sie (mehr) als vollständig aus und tanzen Samba in ihrem Bauch. Nach 5 Monaten ohne Babys imStall ist die Hibbelei kaum noch zu ertragen. Ist bei Gweneth noch alles im grünen Bereich oder ist es doch besser den Tierarzt einzuschalten? Wie immersteigt die Angst in mir hoch, ich könnte etwas falsch machen. Als würde Gweneth meine Gedanken lesen steht sie auf, stellt die Beine auf den Rand desFutternapfes und schaut mich herausfordernd an. Sie frisst genüsslich und schaut mir direkt in die Augen. „Ich lass Dich zappeln“ lese ich aus dem Blickund seufze. Mein Blick schweift weiter.Gismo hat heute 3 neue Partnerinnen bekommen. Alle frisch vom Bock und gedeckt. Seine Aufgabe lautet nun für Harmonie unter den Mädels zu sorgenund sich mit um Aufzucht und Erziehung zu kümmern. Er hat gut zugelegt in diesem Winter. Auf der rechten Seite sieht er schwanger aus. Die schwere OPim letzten Sommer hat einen Streifen gestraffte Haut hinterlassen, der mit dem Kugelbauch nicht mitgewachsen ist. Der Streifen zieht sich über diegesamte Länge, der Bauch quillt über diesen Streifen, so dass er auf der Seite aussieht wie ein trächtiges Mädel in der 6. Woche. Seine 3 neuen Mädelssind noch nicht so weit wie er ;-) Jede hat sich eine Weidenbrücke gesucht und beobachtet erst einmal die Situation. Er pirscht sich von der Heuraufe zurersten Weidenbrücke und streckt vorsichtig den Kopf um die Ecke. Angel gibt lautes Protestquiecken von sich. Gismo stakst ganz ruhig davon. Beine undSchultern breit gemacht, streck sich in die Höhe und brommselt leise vor sich hin. Ein ganzer Kerl eben (soweit das bei einem Kastraten möglich ist). Ander Heuraufe angekommen dreht er sich langsam um, guckt dass keiner guckt und macht zwei kleine Freudensprünge. Heu fressen, zu Angel gehen,dicken Maxen markieren und zurück an der Heuraufe zwei kleine Freudensprünge. Er hat sichtlich seinen Spaß an der neuen Situation.Gweneth ist zurück unter ihrer Weidenbrücke und hält ein Schläfchen. Die Ohren zucken beide gleichzeitig, als wollte sie imaginäre Fliegen vertreiben.Sonst rührt nichts, nur die Ohren bewegen sich im gleichmäßigen Rhythmus. Auch im Bauch ist totale Ruhe. Ist etwas nicht in Ordnung? Ich beruhige michselbst. Mehr als hundert Trächtige und Würfe habe ich erlebt und alles ist ganz normal. Es ist nur diese Hibbelei, die mich quirre macht. Denke positiv,sonst wirst Du Unheil herauf schwören. Ich zwinge mich, wieder ruhig und gleichmäßig zu atmen. Da! Auf der rechten Seite ist genau zu sehen, wie einBaby mit den Füßen ordentlich trampelt. Neben der Überbreite hat Gweneth auch schon Überlänge, der Wurf ist tief in den Bauch gerutscht. Lange kann esnicht mehr dauern. Gweneth öffnet die Augen und schaut mich gelangweilt an. „Ich lass Dich zappeln“ lese ich aus dem Blick und seufze. Mein Blickschweift weiter.Heftiges Zähneklappern fesselt meine Aufmerksamkeit. Ace und Sunrise sind Brüder, leben seit Geburt an zusammen. Eine harmonische 2er-WG. Jetztnach dem Misten prüfen sie mal wieder ihre Rangordnung. Könnte sich ja was geändert haben durch das neue Streu. Brommseln, Popo wackeln undZähne klappern. Dem anderen die starke Schulter zeigen. Plötzlich richten sie sich auf und gehen aufeinander los. 3 Sekunden. Dann ist Ruhe. Sie stehensich gegenüber und schauen sich an. Aber irgendwie erscheint der Blick der beiden erstaunt und nicht drohend. 20 Sekunden. Wie auf Verabredungdrehen sich beide um und wackeln zur Heuraufe. Dort sitzen sie dann und unterhalten sich. Sanfte, beschwichtigende Laute neben denKnabbergeräuschen. Als würden sie sich darüber austauschen, was da gerade mit ihnen durchgegangen ist. Der eine putzt den anderen unter dem Kinnund klaut ihm hinterher den Heuhalm, der noch aus dem Mäulchen schaut. Darauf hin Zähneklappern, Jagd durchs Gehege. Es scheppert ordentlich, alsdie zwei so durch die Gegend pesen. Kurz darauf wieder geselliges Schwätzchen an der Heuraufe. Kerle eben :-)Gweneth hat sich zur Trinkflasche bewegt. In dem frischen Streu sieht man schnell Laufspuren der Tiere. Bei Gweneth ist das anders. Sie walzt das Streunieder. Wo sie steht und geht ist die Späne locker einen halben Zentimeter tiefer als in den Laufwegen und Liegeplätzen der anderen Tiere. In den letztenTagen habe ich sie nicht mehr gewogen, um ihr nicht unnötigen Stress zu bereiten. Aber die 1,5-kg-Marke dürfte sie erreicht oder gar schon gesprengthaben. Es wird ihr dritter und letzter Wurf sein. Sie hatte schon mal einen 6er-Wurf und ich tippe auf 4-5 Babys, je nachdem wir groß sie sind. 3 Töchtervon ihr habe ich behalten und Gweneth wird ihre Rente bei mir verleben. Mit ihren Kuhhörnern im Gesicht ist sie etwas ganz besonderes. Ich erinnere michnoch an den Tag ihrer Geburt. In der selben Nacht ist Cheer verstorben – hochtragend – Ursache unbekannt. Mein erstes Tier, dass verstorben ist. Fürmich ist eine Welt zusammengebrochen, als ich sie tot im Stall fand. Eine Etage tiefer hatte Hertha ihren ersten Wurf bekommen. Darunter Gweneth.Schwarz-Weiss und eine Zeichnung auf dem Kopf, die mich an einen Blitz erinnerte. Ein Zeichen? Aus welchen Gründen auch immer landete Gwenethdamals auf der Abgabeseite und wurde auch schnell reserviert. Als ich den Reisekarton fertig hatte und sie reinsetzen wollte, fing meine Hand an zu zittern.Ich konnte nicht. Ich rief die Käuferin an und erklärte ihr mein Elend. Ich war nicht in der Lage dieses Tier abzugeben. Klar war die Käuferin sauer und regtesich auf. Ich an ihrer Stelle hätte genauso reagiert. Aber ich konnte nun mal nicht anders und so blieb Gweneth bei mir. Der Blitz auf dem Kopf hat sich zuzwei stattlichen Hörnern entwickelt. Da steht „meine Kuh“ nun an der Tränke und in mir keimen schon wieder die Sorgen, verpaart mit der Vorfreude aufkleine, wuselnde Wackelpopos im Stall. Gweneth dreht den Kopf und schaut mich an. „Ich lass Dich zappeln“ lese ich aus dem Blick und seufze. Mein Blickschweift weiter.Unterdessen ist Candy schwer bemüht ein neues Muster in meine Clogs zu nagen. Eine leichte Bewegung mit dem Fuss soll sie davon abhalten. Zuerstspringt sie samt nagenden Kolleginnen mit einem Riesensatz zurück und alle rennen in den Unterstand. Je länger ich im Stall verbleibe, desto mehrverlieren sie den Spass an dem Rennspiel. Das Zucken mit dem Fuss sorgt nur für eine kurze Unterbrechung. Gelassen bleiben sie sitzen, um Sekundenspäter wieder das blaue Ding vor ihrer Nase zu bearbeiten. Hosenbeine, Bänder und Reißverschlüsse sind beliebte Objekte, die genau untersucht undgekostet werden müssen. Crazy, das einzige Glatthaarmädel unter den Teddys, ist erst seit heute im Bodengehege. Mama ist zu wieder zu Papa gezogenund für die Kleine ist es nun an der Zeit das Leben in der großen Gruppe kennen zu lernen. Sie ist erstaunlich mutig und selbständig. Sie sucht nicht denSchutz der Erwachsenen, um sich anzukuscheln. Sie hat mutig ganz alleine das Bodengehege erkundigt und beteiligt sich nun an dem Knabberspiel. Auf der anderen Seite mopsen sich Vevila, Geisha und Think Twice gegenseitig ein Stück Möhre. Es ist DAS eine Stück, dass viel besser schmeckt als dieanderen 20 Möhrenstücke, die noch vom Frühstück übrig sind und um das sich der Kampf lohnt. Die dienstälteste Ilona liegt gelangweilt in der Ecke undbeobachtet das Treiben. Bereit sich einzuschalten, wenn es zu Streitereien kommt. Sie ist die Anführerin in der großen Gruppe. Mit ihren 3,5 Jahren hältsie nicht mehr viel von Renn- und Knabberspielen. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist fressen und schlafen und das sieht man ihrer Figur auch an.Ich schaue auf die Uhr. Schon wieder zwei Stunden um. Mein Hintern tut weh von dem hölzernen Unterstand. Meine Beine sind eingeschlafen und von derunbequemen Sitzhaltung tut der Rücken weh. Zeit aufzustehen, denn die Jungs wollen auch noch gemistet und getüvt werden. Ein letzter Blick zuGweneth. Sie liegt unter der XXL-Weidenbrücke, die sie fast vollständig ausfüllt. Müde hebt sie ein Augenlid. „Ich lass Dich zappeln“ lese ich aus dem Blickund seufze.Sie weiss es. Sie weiss, dass ich dauernd nach ihr schauen werde um mich zu vergewissern, dass alles glatt läuft oder um rechtzeitig zur Stelle zu sein,wenn es Probleme gibt. Sie weiss, dass ich unruhig schlafen werde, bis sie geworfen hat. Sie weiss, dass ich nachts wach werde und aufstehe, um nachihr zu schauen. Sie weiss, dass ich tagsüber im Büro oft an sie denke.Sie weiss es, weil sie es oft genug erlebt hat. So wie all ihre Kumpels und Kumpelinnen meinen sorgenvollen Blick kennen, wenn ich nach dem Rechtenschaue. So wie alle meine Meerlis meinen Blick kennen, wenn mir bei ihrem Anblick und ihrem Treiben das Herz aufgeht. Wohlwissend, dass ich hier dasRichtige tue und meine Passion gefunden habe, erhebe ich mich. Strecke die verspannten Muskeln und bereite mich mental auf die nächste Arbeit vor. 35rosa Schnütchen werden in die Höhe gestreckt und leicht hängende (weil entspannte) Unterlippen lächeln mich an. So als wollten sie sagen „Mach Dirnicht immer so viele Sorgen um uns, denn uns geht es gut“.Im Jungsstall werde ich mit lautem Quiecken begrüßt. So 4 Stunden nach der ersten Fütterung des Tages kann man ja mal kurz vor dem Hungertod stehenund dies auch lautstark bekunden. Bevor ich mich ans Misten mache nehme ich den Stuhl, setzte mich mit dem Kaffee in der Hand hin und frage in denRaum, was es denn so Neues gibt. 17 rosa Schnütchen haben viel zu erzählen.....19.04.2010 Nach viel Vorbereitungsstress war ich am Wochenende auf der 17. Landesverbandsausstellung des MFD. Gerichtet wurden die Teddys von ElliVetter. 6 eigene Tiere habe ich ausgestellt und es gab 4 mal ein SG und 1 mal ein HV. Das besondere an diesem Ergebnis ist für mich, dass es das HV(midnight lady) und einmal ein SG (understatement) für meine schwarzen Teddys gab *jubel* Auch zeezoomin hätte ein SG bekommen, wenn nicht dieOhren so hoch wären *gg* Belmondo, der als Goldagouti in die schwarze Zuchtgruppe gehört, hat ebenfalls ein SG bekommen. Bei ihm und midnight ladygab es ein HV für Struktur und Elastizität *freu* Alle haben durchgängig ein HV für das Schwarz bekommen ;-) Auch v.i.p (Schwarz-Weiss) und lord lovesme (Schildpatt-Weiss) haben mir SG abgeschnitten, v.i.p. hat sogar den zweiten Platz in ihrer Unterklasse belegt.Damit haben sich meine Vermutungen bestätigt, dass insgesamt mehr Konstanz in meinen Linien ist. Kopf, Augen und Ohren kann ich zum großen Teilschon richtig einschätzen. Das ist ja das, was ich durch Schreiben und Zutragen bei den Ausstellungen gelernt und worauf ich besonders geachtet habe.Mir fehlt noch das Auge für die Struktur an den Flanken, aber das werde ich jetzt trainieren.Außerdem muss ich wohl meine Angst vor den kürzeren Köpfen ablegen und die Schweinlis müssen insgesamt noch etwas kompakter (kürzer) werden.Aber ich bin überglücklich, dass ich offensichtlich auf dem richtigen Weg bin. Nun gilt es das neu gelernte umzusetzen und zu hoffen, dass bei den zwei-und dreifarbigen etwas mehr showverteilte Tiere fallen :-)Die guten Nachrichten habe ich natürlich gleich an meine Freundin Christiane (vom Lorenzclan) weitergeleitet, denn schließlich arbeiten wir ja gemeinsaman den schwarzen Teddys. Auch ihre Gwenhyfar (schon in meinem Stall, aber noch nicht auf der HP) hat in ihrem zarten Alter von 6 Monaten viele SGs inder Bewertung, wenn es auch noch nicht zu einem SG in der Gesamtbewertung gereicht hat. Alles in allem sind wir unserem Ziel - gemeinsam mit Nicole(Fine Arts) - eine eigene erfolgreiche Unterklasse schwarzer Teddys auf einer Ausstellung zu präsentieren, wieder ein ganzes Stück näher gekommen.Sollte es 2010 noch nicht klappen, dann aber bestimmt 2011 :-)Anhand der Ergebnisse werden jetzt die neuen Verpaarungen geplant, denn für einige Mädels ist es nun höchste Zeit. Ganz schön schwierig dieZuchtplanung, wenn man Sommer- und Winterpausen macht, lange Zuchtpausen bei den Mädels und dann noch Ausstellungen einplant. Diamond undAngels Kiss sind kugelrund und werden bald ihre Babys bekommen. Fall hat wahrscheinlich nicht aufgenommen oder versteckt ein einzelnes Baby mehrals geschickt in ihrem Bauch. Ich bin also wieder schwer am hibbeln und Ende Mai geht es dann in die nächste Hibbelphase. Im Juni ist schon wiederAusstellung in Springe. Diese tolle Ausstellung vom US-Teddy-Spezialclub lass ich mir natürlich nicht entgehen. Im August ist dann schon Teddy-Ausstellung in Berlin und im September ist dann die zweite Ausstellung des MFD in Berlin und wer weiß, vielleicht gibt es ja bis dahin Nachwuchs, derschon präsentiert werden kann. Das Zuchtjahr 2010 scheint also noch jede Menge Überraschungen für mich zu haben.....06.03.2010 Der Winter scheint sich in diesem Jahr so gar nicht verabschieden zu wollen. Ich habe mich schon gefreut, dass alles weggetaut ist und baldwieder die Grünfutter-Saison beginnt. Zu früh gefreut :-(Alle Meeris sind wohl auf und Gweneth ist jetzt schon ordentlich dick. Sie wird Mitte März die erste sein, die nach 5 Monaten ohne Babys im Stall ihrenNachwuchs auf die Welt bringt. Ich hoffe, dass dieses Jahr unter einem besseren Stern steht und alles gut geht.Die schwarzen Jungs aus 2009 werden im März alle kastriert und ziehen nach der 6-Wochen-Frist mit in den Mädelsstall. Platz genug für alle Kastratenhabe ich allemal und vielleicht findet der eine oder andere ja kastriert ein neues zu Hause in einer kleinen Mädelsgruppe.Pinar wird wohl Ende März von ZeeZoomIn die Babys bekommen und ich bin sehr gespannt, ob sich die gute Struktur der Eltern diesmal durchsetzen wirdund ob die beiden mir diesmal wenigstens ein Mädel schenken. Der Wurf 2009 war ja toll, aber leider waren es ausnahmslos Jungs. Angels Kiss, HoneysDiamond und Fally Dully sind dann Ende April hoffentlich so weit mit Ihrem Wurf. Jetzt mach ich mir Gedanken über die nächsten Verpaarungen für dieWürfe Ende Mai/Anfang Juni. Ich bin wirklich sehr gespannt, was dieses Jahr züchterisch bringen wird.31.01.2010 Wie immer um diese Jahreszeit bleibt mir wenig Zeit für die HP. Die wenige Freizeit verbringe ich bei den Tieren. Allen geht es gut, wenn manvon der einen oder anderen Pilzbehandlung absieht. Es scheint mir, dass das Stallklima zum Jahresende den Pilz begünstigt, aber ich habe es im Griff. Die ersten beiden Verpaarungen sind gesetzt und wie immer beginnt nun die Zeit des Hibbelns. Der Bestand liegt bei 50 Tieren und ich will auf max. 35-40Tiere abbauen. Dementsprechend wenig Verpaarungen wird es geben, bis ich mein Zeil erreicht habe. Es scheint wirklich so zu sein, dass schwarze undschwarz-rote Meerschweinchen nicht so beliebt sind. Die meisten wollen etwas "Buntes" haben. Außerdem setzt sich irgendwie ein neuer Trend durch:Tiere reservieren und dann einfach nicht mehr melden. Unglaublich, wie viele geplatzte Reservierungen ich in den letzten Wochen hatte. Umso ärgerlicher,weil den wirklich interessierten Menschen ein Wunsch abgeschlagen wird. Diese kaufen sich dann woanders ein Meerli und keine Woche später ist daseigentliche Wunschschwein dann doch wieder zur Abgabe frei. Mal ganz abgesehen von der Zeit, die ich mit Mails, Telefonaten und Beratungsgesprächenverbringe - vergebliche Mühen. Ich wünsche mir, dass die Leute sich VORHER echte Gedanken über Ihre Verantwortung machen und nicht loslaufen, alswürden sie eine neue Vase für den Wohnzimmertisch kaufen.Dann gibt es noch die Kategorie der Schnäppchenjäger. Hallo? Wir reden hier von lebenden Tieren und 20,00 oder 25,00 € ist kein Betrag, an dem ich alsZüchterin reich werde. Ich investiere viel Geld und Zeit in mein Hobby und ich werde NIE ein Tier "verscherbeln", nur um den Stall leer zu bekommen. Auchwenn hier mehr Tiere sitzen, als bei "Otto-Normal-Verbraucher", so liegt mir jedes einzelne am Herzen. Ich bin kein Supermarkt, wo man sich nachVerpackung aussucht, was einem gerade gefällt. Es hat einen Grund, warum manche Tiere nicht zur Abgabe stehen. "Sie haben doch so viele, da ist esdoch egal, welches sie abgeben" stimmt eben nicht.Warum werden denn so viele Tiere verschenkt oder für 5,00 € abgegeben? Weil Tier Verantwortung bedeuten. Es braucht Zeit für die Pflege und Fütterung.Es kostet Geld. Sie wollen ein handzahmes Meerschweinchen? Dann müssen sie Stunde um Stunde das Vertrauen der Tiere gewinnen, in den erstenMonaten besonders intensiv. Wer diese Zeit nicht investiert, dessen Tiere werden beim Anblick des Menschen immer im Haus verschwinden und sich nichtzeigen. Statt die Zeit zu investieren verlieren viele Menschen die Lust und "verscherbeln" die Tiere wieder. Einfach mal schnell los werden übereinschlägige Anzeigenportale und dann wohlmöglich noch gleich ein anderes Haustier anschaffen, um den gleichen Fehler zu wiederholen.Jetzt erwarten Sie tatsächlich von mir, dass ich diese Schleuderpreise mitgehe? Meine Tiere sind ALLE handzahm, haben Vertrauen zum Menschen undfressen aus der Hand. Sie sind bestens versorgt, auch medizinisch wenn es notwendig wird. Ich verbringe Stunden am Tag mit den Tieren. Ich verdieneNIE Geld, denn über das Jahr gesehen übersteigen die Kosten IMMER die Einnahmen. Aber es nicht das Ziel, Geld zu verdienen. Denn es ist ja einHOBBY und jedes Hobby kostet Geld. Es geht hier um das Prinzip, denn jedes Tier ist sein Geld WERT. Eigentlich sind die Tiere immer noch viel zu billig,aber das ist ein anderes Thema. Wenn Ihnen also mein Tier das Geld nicht WERT ist, dann sind Sie es nicht WERT, ein Tier von mir zu bekommen. DasLeben kann manchmal so einfach sein :-)Ich jedenfalls werde meine Abgabebedingungen verschärfen. Wenn ich als Konsequenz daraus meine Zucht einstellen muss, weil ich keine Tiere mehrverkaufe, dann ist das eben so. Ich werde aber nicht das Wohl meiner Tiere hinter die züchterischen Ambitionen stellen und riskieren, dass sie alsungeliebte und ungepflegte Wesen ein leidvolles Leben führen. KEINES meiner Tiere hat so etwas verdient.Im November 2009 ist im Tierheim Berlin ein Bock nach einer Kastration verstorben. Der Besitzer hat Blut im Urin nicht tierärtzlich behandeln lassen. Stattdessen hat er das Tier nach 10 Tagen (!) im Tierheim abgegeben und die Krankheit offensichtlich verschwiegen. Routinemäßig werden Böcke im Tierheimsofort kastriert. Diesen Eingriff hat der Bock nicht überlebt, offensichtlich weil er schwer krank war. Dieser Bock war gerade einmal vier Monate alt undstammt aus meiner Zucht.Im Dezember 2009 ist ein 2 Jahre alter Zuchtbock von einer Zucht in eine andere verkauft worden. Das war der fünfte Wechsel in seinem Leben und es istanzunehmen, dass er noch mindestens ein weiteres Mal verkauft wird. Dieser Bock stammt aus meiner Zucht. Alle Versuche, dass Tier zurück zu kaufenund ihm als Kastrat hier ein schönes Leben zu gewährleisten, sind gescheitert.Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um derartiges zukünftig zu verhindern. Ich kann nicht hellsehen und ich kann auch nicht in die Köpfe derMenschen schauen. Aber die zahlreichen Meeris aus meiner Zucht, die ein glückliches und gesundes Leben führen zeigen doch, dass es auch andersgeht. Dieses "anders" wird mein Maßstab sein. Ohne wenn und aber, ohne Kompromisse. Bei der Abgabe wird es nur noch Schwarz und Weiss geben.Hier kommst Du zu den News der vergangenen Jahre. Es ist schon so eine Art Tagebuch meiner Zucht und ich selber lese immer wieder gerne darin.